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Nikolaus Lahusen wurde in Bremen geboren
und wuchs in Mexiko auf. Seine wichtigsten künstlerischen Anregungen erhielt er
von Christoph Eschenbach und Bruno Leonardo Gelber. Seit seinem ausverkauften und gefeierten
Münchner Debut 1989 konzertiert er regelmäßig mit bedeutenden Orchestern
in aller Welt: European Community Chamber Orchestra, Sinfónica Nacional Argentina,
Sapporo Symphony Orchestra, Orquesta Real de Galicia, Orquesta Filarmónica de
México, WDR Rundfunkorchester, Stuttgarter Kammerorchester, Philharmonisches
Staatsorchester Halle usw. |
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Pressestimmen
So gelang es auch dem Pianisten
zusammen mit dem Orchester, den unerhörten Drive und den Klang-Sog des Stücks
[Gershwin: Rhapsody in Blue] herzustellen. Lahusen hat einen kristallklaren, mozartischen
Anschlag für die virtuosen Anforderungen und vermag die lyrischen Momente in romantischer
Versenkung zu gestalten. So bezaubert er in seinen Soli den Hörer mit exakt heraus
gespielten Stimmungswechseln und temperamentvollem Zugriff. [...] Was Zeitgenossen Franz Liszts schon an dessen Vortrag seiner Schubert-Bearbeitungen
zu schätzen wußten, daß er nämlich das Piano zum Singen bringen
konnte, das läßt sich auf genauso bewundernde Weise auch über Nikolaus
Lahusens Klavierspiel sagen. Er setzt sich mit seiner Interpretation von 14 Liedern
und der "Soirée de Vienne" von jedem künstlich-romantisierenden
Gestus ab. Er spielt die Liszt-Transkriptionen und rückt dabei Schubert klar in
den Vordergrund, dessen Ernst, dessen Tiefe und dessen Innigkeit. Lahusen spielt übrigens
auf einem modernen Fazioli-Flügel, was der klanglichen Klarheit, Brillianz und
- natürlich vor allem im "Erlkönig" - der dramatischen Kraft beinahe
orchestrale Farben und Dimensionen verleiht. Der junge deutsche Pianist Nikolaus
Lahusen setzt seine offenbarende Erforschung von Schubert mit einem gefühlsdurchtränkten
Recital von Franz Liszts Lied-Transkriptionen fort. [...]Hier sind Annäherungen
zu solch großen Transkriptionen wie in Jorge Bolets eleganten Aufnahmen [...]
oder Frederic Chiu's Technicolor-Pfundsache [...], aber Lahusen hat mit seinem Spiel
und seiner Anordnung der Lieder zwischen beiden eine einzigartig intensive Erfahrung
geschaffen. Wer die Schubert-Aufnahmen Nikolaus
Lahusens auf dem Hammerflügel Grafs kennt, weiß, wie nahe dieser fabelhafte
Pianist dem Wendepunkt zur Katastrophe sein kann. Für die Schubert-Lieder in den
Transkriptionen Franz Liszts hat er ein Kultinstrument ausgewählt, den modernen
italienischen Fazioli, der dieser Gratwanderung zwischen Intimität und Virtuosität
eine Fülle an Nuancen ermöglicht. Lahusen scheut auch hier die übergroße
Geste und geht die Bearbeitungen aus dem Blickwinkel des Liedgestalters an. Kantabilität
wird nicht dem vordergründigen Effekt geopfert. Das alles ist fein gearbeitet,
pianistisch tadellos und im Detail sinnfällig ausgelotet. Man spürt die deutliche
Affinität zu einer Musik der Brüche, der Gefühlsschwankungen. In der vorliegenden Einspielung spürt
der junge Nikolaus Lahusen den Facetten in Liszts Transkriptionen von Schubert-Liedern
mustergültig nach. Der [...] Pianist beherrscht die Kunst des dem Gesang nahe
stehenden Legatospiels souverän. Er schattiert dynamisch feinsinnig und registriert
ebenso differenziert. Der Textanfang "Leise flehen meine Lieder" im Ständchen
wird so plastisch aus dem Klavierklang gewoben, daß dieser mühelos mit dem
Schmelz einer Stimme konkurrieren kann. Die leicht rumpelnde Mechanik des Spinnrads
alarmiert, bevor Gretchen von ihrer Unruhe singt. Im Lied "Auf dem Wasser zu singen"
schimmert die Melodie durch die Fluten und in "Meeresstille" fasziniert die
klangliche Schwärze. Lahusen überzeugt, weil er alle Raffinessen in den Dienst
von Innigkeit und Schlichtheit stellt. Widerborst
Im Zentrum das Klavier-Trio
Es-Dur (D 929) in einer Interpretation von höchster musikalischer Dignität.
Nikolaus Lahusen, dem dieser Abend [Schubertiade wie das "Privatkonzert"
in Schuberts Todesjahr im Wiener Musikverein] zu verdanken ist,
Und auch diesmal
schien
vom Flügel die ungeheuer genaue und bis in den kleinsten Zeitimpuls
hineinreichende und -horchende Deklamation auszugehen. Das prozessie-rende von ablaufender
Zeit, Stimmungswechsel zwischen leisem Humor und elegischem Fernweh, das sich im zweiten
Satz in Klangballungen entlud, war schon überwältigend.
Was diese
Aufführung von vielen anderen unterschied, war die sprachliche Genauigkeit, mit
der das Trio den jeweils spezifischen Ausdruck der Klangfiguren klar herausbildete
und kompromisslos umsetzte. ... George Gershwins "Rhapsody
in Blue" ... Sie war nicht nur von der Platzierung im Konzert her der Höhepunkt
des Abends. Lahusen interpretierte sie mit exaktem Anschlag, viel Gefühl für
jazzige Rhythmen und der nachdenklichen Verträumtheit, die Gershwins Meisterwerk
so fesselnd machen.... Der besonders als Brahms-Interpret gefeierte junge Pianist wirbelte
bereits bei Richard Addinsells "Warschauer KonzertW virtuos durch die Lagen. (Herforder Kreisblatt, 8.1.2002) Lahusen ist ein uneitler Gestalter, der sich nicht in den Vordergrund rückt, ist ein Klangzauberer ... Dass so ein kluger Interpret sich mit Vehemenz und Tiefsinn in die Gefühlsabgründe der späten Schubert-Sonate B-Dur stürzt, dass er um die Trauer des Andante ebenso weiß wie um den widerborstigen Kontrapunkt des Scherzo-Trios, versteht sich fast von selbst. Sein Schubert ist ein Schubert, der in dieser riesigen Sonate der Welt schon beinahe abhanden gekommen ist. (Michael Stenger, 19. Juli 2002, Westdeutsche Allgemeine Zeitung) ... dann tat sich nach und nach die Pracht seiner Farbigkeit [des Hammerflügels] auf - dank Lahusens Kunst, die mit Licht und Schatten zu hantieren wußte. Er spielte, als zöge er irgendwelche Register, als tauchte er ganze Moll- und Dur-Passagen durch diverse Lichtspektren.... Aber es entstünde ein falscher Eindruck, beschriebe man nur die gewisse Art der Leichtigkeit des Tones. Gerade die dunklen Stellen sind es, denen Lahusen Düsternis und Macht verleiht.... Eine Poesie wurde hörbar gemacht, die man vergessen glaubte. Das gilt auch - und vor allem - für die Interpretation der Sonate B-Dur op. posth. Die Gegenüberstellung licht- und schattenhafter Seiten dieses Werks war großartig. Allein schon der Aufbau jenes großen, spannungsreichen Bogens im zauberhaften Pianissimo am Anfang nahm gefangen, ein Feuer, das geschürt wurde bis zum freien Gesang des Hauptthemas und später durch alle Sätze. (Neue Ruhr Zeitung, 19.7.2002) |