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PAUL BADURA-SKODA, Klavier
Paul Badura-Skoda ist einer der bedeutendsten
Pianisten unserer Zeit, ein legendärer Künstler, der seit fünf Jahrzehnten
in den Konzertsälen der ganzen Welt zu hören ist und lange Jahre der Pianist
mit der größten Anzahl von Platteneinspielungen war. Man feiert ihn in allen
großen Konzertsälen der Welt, in New Yorks Carnegie-Hall ebenso wie in Wiens
Musikvereins-Saal. Ausgedehnte Tourneen führen ihn durch alle Kontinente, zu den
angesehensten Orchestern und in die Aufnahmestudios der großen Schallplattenfirmen.
Eines ist Badura-Skoda von seinem ursprünglichen Berufstraum, Ingenieur zu werden,
noch geblieben: Der Wunsch "hinter die Kulissen zu blicken", das "Funktionieren"
großer musikalischer Werke zu begreifen und in seinem Spiel erfahrbar zu machen.
Da werden Erstausgaben und Autographe untersucht, der Einsatz historischer Tasteninstrumente
wird in den kritischen Abwägungsvorgang einbezogen. Zum Musizieren kommt das Nachdenken
über die Musik. So entstanden zahlreiche Kadenzen zu Mozart-Konzerten und auch
stilistisch einfühlsame Ergänzungen zu Werken Mozarts und Schuberts. Durchdrungensein
von Musik, ein leidenschaftliches Ringen um das Wesentliche und künstlerisches
Verantwortungsgefühl - das kennzeichnet die Musikerpersönlichkeit Badura-Skodas.
Und dies nicht in einem technischen, akademischen Sinne: "Paul Badura-Skoda läßt
uns etwas spüren, das bei Berufsmusikern selten ist: Daß er die Musik mit
jeder Faser seines Wesens liebt" - so brachte es ein Kritiker auf den Punkt.
Paul Badura-Skoda wurde 1927 in Wien geboren, die außergewöhnliche musikalische
Begabung zeigte sich früh und wurde sogleich auch entsprechend gefördert.
Aber es waren auch die überwältigenden Konzerterlebnisse bei Auftritten Edwin
Fischers, Hans Knappertsbuschs und Wilhelm Furtwänglers während der Kriegsjahre,
die Badura-Skoda in seinem Entschluß bestärkten, Musiker werden zu wollen.
Nicht nur denkwürdige interpretatorische Leistungen waren diese Konzerte für
den jungen Künstler, sondern auch Zeugnisse für die humane Kraft der Musik
- ein Aspekt, den der Pianist heute immer wieder hervorhebt.
Im Jahre 1945 trat Badura-Skoda in das Wiener Konservatorium ein. Nur zwei Jahre später
erregte er schon großes Aufsehen: Er gewann den 1.Preis im Österreichischen
Musikwettbewerb. Ein Stipendium für Edwin Fischers Luzerner Meisterkurse war der
Lohn und gleichzeitig der Ausgangspunkt einer für Badura-Skodas künstlerischen
Werdegang wegweisenden Künstlerfreundschaft. Der junge Pianist wurde Fischers
Assistent und führte nach dessen Tod die Tradition seiner Meisterkurse in Wien,
Salzburg und Edinburgh fort. Auch heute noch liegt Badura-Skoda der künstlerische
Nachwuchs am Herzen. Immer wieder unterzieht er sich mit Ausdauer und Engagement der
zeit- und kraftraubenden Tätigkeit als Juror bedeutender Klavierwettbewerbe. Die
Fragwürdigkeit derartiger Ausscheidungen ist ihm gleichwohl bewußt. Und
wer einmal erlebt hat, wie der Künstler in seinem weichen Wiener Tonfall voller
Wärme und anschaulicher Plastizität über die Musik zu sprechen versteht,
der wird dies kaum je vergessen.
1949 bereits wurden Wilhelm Furtwängler und Herbert von Karajan auf die eminente
Begabung Badura-Skodas aufmerksam. Sie luden ihn zu Konzerten ein, und praktisch über
Nacht wurde der Wiener Pianist so zu einem weltberühmten Künstler. Die Veranstalter
rissen sich um ihn. Bei den Salzburger Festspielen gelang ihm ein spektakuläres
Debut, bei seinem ersten Konzert in New York, im Jahre 1953, betrat er einen ausverkauften
Saal - das war vor ihm noch kaum jemandem gelungen. Ein Sensationserfolg, der sich
bald darauf, bei seinem Tokyo-Debut, wiederholen sollte.
Seitdem ist Badura-Skoda gefeierter Stammgast der wichtigsten Musikfestivals. Die Dirigenten
Karl Böhm, Lorin Maazel, Zubin Mehta, Seiji Ozawa, Kent Nagano, John Elliot Gardiner
und Sir Georg Solti sind nur einige seiner berühmten Partner. Und auch die Schallplattenfirmen
wollten bei dem Run auf den Pianisten nicht hintan stehen: Bis heute ist sein Schallplatten-Opus
auf über zweihundert Einspielungen angewachsen, darunter die kompletten Zyklen
der Klaviersonaten von Mozart, Beethoven und Schubert.
Im Beethoven-Jahr 1970 spielte und kommentierte er zusammen mit einem Pianisten-Kollegen
alle Klaviersonaten des Komponisten für das Deutsche Fernsehen. Zyklische Aufführungen
in Mexiko, Chicago, Paris, Wien und Barcelona folgten. Auf das Repertoire der Wiener
Klassik läßt sich der Künstler aber nicht gerne festlegen. In der Tat
ist das Repertoire Badura-Skodas ungemein weit gespannt, reicht vom Barock bis zur
Moderne. Überhaupt: Allzu enge Spezialisierung sind ihm ein Greuel. Er dirigiert,
komponiert, arbeitet musikwissenschaftlich, verfaßt Musikbücher und: er
sammelt. Neben einem riesigen Archiv von Autographen und Originalausgaben ist eine
umfassende Sammlung wertvoller Tasteninstrumente sein ganzer Stolz. Und es ist schon
eine große Auszeichnung, vom Hausherren in dessen herrlich gelegenem Klavierstudio
durch diese Schatzkammer geführt zu werden.
1976 wurde Paul Badura-Skoda das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft
und Kunst verliehen und 1978 erhielt er den Bösendorfer-Ring, welchen vor ihm
nur Wilhelm Backhaus trug. 1993 wurde der Künstler zum Ritter der Ehrenlegion
ernannt und 1997 zum "Commandeur des Arts et des Lettres ".
Die intensive Konzerttätigkeit des Künstlers führt ihn regelmaßig
in die Musikzentren der Welt (Wien, Paris, Madrid, Mailand, Rom, Tokyo, Prag, Chicago,
New York Buenos Aires etc.) und zu den wichtigsten Festivals wie Schleswig-Holstein
Musik Festival, Carinthischer Sommer, George Enescu Festival, Estoril Festival, Dubrovnik
Festival, Chopin Festival Warschau, Brescia-Bergamo Festival u.a. Außerdem ist
Paul Badura-Skoda Jurymitglied bei wichtigen internationalen Wettbewerben wie Leeds
Competition, Concorso Din Gianni in Mailand und Reine Elisabeth in Brüssel. |
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Pressestimmen:
Paul Badura-Skoda begeistert
im Schumann-Saal
... Badura-Skodas heutiges
Klavierspiel zeugt von den tiefen musikalischen Einsichten. ... Aus seinem Spiel spricht
Wahrheit.
Westdeutsche Zeitung, Düsseldorf, 20.10.2007
Der Altstar trug Mozarts
A-Dur-Konzert (KV 488) in einer Weise vor, die zu Herzen ging. Es gefiel die hochexpressive
Art, in der der Künstler den melodiösen, thematisch schlichten Kopfsatz formte.
Hier bestach sein Vortrag durch entspannte Klarheit. Im arienhaften Adagio ... blühten
die melodischen Schönheiten in vokaler Anmut. Die Anschlagskultur steigerte sich
im Schlussteil zu scheinbar müheloser pianistischer Feinarbeit.
Schaumburg-Lippische Landeszeitung, 15.10.2007
Musik wird Leben, ein Leben
Musik
Und dann ... geht die Sonne auf in diesem
Raum, der auch akustisch nicht für musikalische Sternstunden geschaffen ist. Badura-Skoda
spielt Schubert. Nicht irgendeinen, sondern jene formal für Schuberts Verhältnisse
fast knappe und emotional doch so ausladende, ja gewaltige A-Dur-Sonate, das Spätwerk,
das Deutsch unter der Nummer 959 einsortierte. Atemberaubend lässt Badura-Skoda
Schuberts nachgerade vegetative thematische und harmonische Arbeit im Kopfsatz ihren
Weg sich selbst suchen. Schonungslos reißt er die Schlünde des Andantino
auf, gallig geht er dem Scherzo an die Gurgel, das allzu oft nur elegant bis humorig
klingt. Und im Finale lässt er noch einmal alle seine Farben vom Leben singen
- das für Schubert kurz nach der Komposition dieses visionären Meisterwerks
schon wieder vorüber war. Hier ist der große Badura-Skoda ganz bei sich.
Hier lässt er die Linien singen und die Akkord-Wiederholungen sprechen, wird Musik
zum Leben und ein langes Leben zu Musik. Hier hört man endlich einmal wieder,
dass Schubert schon zu Beethovens Lebzeiten den Weg vorbei am Titanen aus Bonn gefunden
hatte, den noch Brahms so verzweifelt suchen sollte, hört man, wie modern, wie
visionär, wie wahrhaftig der unglückliche Hilfslehrer aus der Vorstadt war.
Bewegter Jubel, teilweise stehend.
Leipziger Volkszeitung, Oktober 2007
Besondere Aufmerksamkeit
verdiente dann der Gast des Abends: Paul Badura-Skoda, ehrwürdige Größe
pianistischer Spielkunst Wiener Provenienz. Sein Name gehört in die gleiche Reihe
wie Brendel, Gulda, Demus oder Haebler. Dass er noch immer besondere Autorität
in Sachen Mozart beansprucht, bewies der bald 80-Jährige in höchst achtbarer
Geläufigkeit mit dem Es-Dur-Konzert KV 482. Man staunte nicht nur über die
geistige Frische seines Vortrags und die zuverlässige Konzentration, sondern auch
über den schwebend-leichten Klavierklang, das reife Lächeln, das dieses mitunter
munter sprudelnde Spiel mühelos auch über die Untiefen mancher Textunschärfe
hinwegtrug.
Badische Neueste Nachrichten, 28.2.2007
Wer jodelt denn da das Kopfmotiv
des ersten Moment musical von Franz Schubert, wer legt zur Verdeutlichung seiner Worte
ein paar fulminante Flamenco-Schritte auf das abgewetzte Bühnenparkett? Es ist
Paul Badura-Skoda, beileibe kein junger Spund mehr, sondern in seinem achtzigsten Lebensjahr
stehend - oder besser: sich bewegend. Denn mit hurtigen Fingern und wachem Geist führte
er seine "Causerie mit und über Musik", in der er Kompositionen aus
drei Jahrhunderten vorstellte. Charmant und auch kokettierend mit seinem Alter schöpfte
er aus dem Vollen eines reich erfüllten Musikerlebens ...
Neue Zürcher Zeitung, 5.2.2007
Applaus hat viele Varianten.
Nachdem Paul Badura-Skoda sein Mozartkonzert (KV 488) beendet hatte, gab es keinen
hysterischen Jubel, sondern einen ruhigen, starken, lang anhaltenden Applaus. Da mischte
sich Bewunderung für eine klassisch-strenge Darstellung mit dankbarer Erinnerung
an die Jahrzehnte, in denen dieser Pianist uns begeisterte. In der Congresshalle bot
er ein herbes, fast hart konturiertes Allegro, ein herrlich introvertiertes Adagio
und ein diszipliniertes Finale: schnell und bei den schweren Passagen ohne Verzögerung,
egal ob ein paar Töne auf der Strecke blieben.
Saarbrücker Zeitung, 24.11.2006
Musikalischer Hochgenuss
.... der 78-jährige
Österreicher, der mit begeistertem Applaus im seit langem ausverkauften Saal begrüßt
wurde. Das Krefelder Publikum sollte nicht enttäuscht werden....
Westdeutsche Zeitung, 28.11.2005
.... dass ein reifer Künstler verklärte Musik innig und selbstvergessen
spielte. Hier klang das Instrument vielfarbig, hier reihten die Töne sich zur
langen Melodie, unterstützt vom Atem des Spielers, hier hätte man die berühmte
Stecknadel fallen hören können. Nicht einmal der Schneesturm konnte die Ruhe
stören.
Neben der klingenden Musik gab es aber auch noch den Künstler, der
mit seiner Persönlichkeit faszinierte. ...
Auch nach einem langen Pianistenleben scheint er Bühne und Publikum
noch aufrichtig zu lieben. Paul Badura-Skoda galt die Sympathie und Anerkennung des
Publikums, das den fast legendären Pianisten stehend verabschiedete.
Rheinische Post, 28.11.2005
Er spielt mit der Reife
eines Altmeisters, strahlt aber die Frische und Vitalität eines jungen Hüpfers
aus....
Mit 77 Jahren spielt Pianisten-Urgestein Paul Badura-Skoda immer noch in der ersten
Liga der Konzertpianisten und auch sein Klavierabend im Treppenhaus von Schloss Augustusburg
wurde zu einer wahren Sternstunde.
....
Badura-Skodas ungemein leidenschaftliche und äußerst vehemente Interpretation
der Appassionata von Ludwig van Beethoven war zweifelsohne der Höhepunkt eines
ganz der Wiener Klassik vorbehaltenen Abends. Scharfe Konturen, wie in Stein gemeißelte
Töne, aufwühlende Kontraste und heftigste Attacken: Badura-Skoda geizte nicht
mit Extremen und spielte mit einem Nachdruck und einer physischen Präsenz, die
hätte glauben machen können, dass es für ihn hier um Kopf und Kragen
ging.
Bonner General-Anzeiger, 31.07.2004
Wellness auf drei Flügeln
Mit Klavierkunst und Instrumenten aus
zwei Jahrhunderten bescherte Paul Badura-Skoda dem Publikum in Ossiach einen wahrlich
luxuriösen Carinthischen Sommerabend. Fast zweieinhalb Stunden lang verlieh er der Musik virtuos, charmant, wienerisch
(drei) Flügel. Für Stammgäste mit dem scharfen Kristallklang des "Steinway"
im Ohr war der Mittwoch zudem ein echtes Wellness-Erlebnis:
Haydns As-Dur-Sonate stürmte konturenreich wie wohl nur in der Paarung Schantz
Jg. 1790 & Badura-Skoda Jg. 1927 möglich. Brahms und vor allem Ravel zeigten
prächtig die klangfarblichen Varianten des Bösendorfer "Imperial"
Jg. 1923: "Gaspard de la Nuit" mit Scarbo, dem wild wirbelnden Zwerg - mitreißend.
Wie der Zugabe-Schubert, der schon zuvor das brandneue Modell 280 als samtig-warm leuchtend
empfohlen hatte.
Kronenzeitung, 22.8.2003
er ist nach wie vor
an vorderster Front auf seinem Gebiet, ein legendärer Pianist, unvergleichlich
in seiner Fähigkeit, einsichtsvolle Interpretationen zu gestalten, die einen Sinn
der klassischen und romantischen Musik geben, wie die Komponisten sie gehört haben.
Nun sein 50-jähriges Jubiläum seines Amerika-Debüts feiernd spielte
Badura-Skoda in seinem wunderbaren Recital Mittwoch Abend im Cleveland Museum of Art
zwei verschiedene Klaviere. [
]
Badura-Skoda begann mit Mozarts 12 Variationen über "Ah! vous dirai-je, Maman"
[
] Der Pianist spielte das Stück mit flinken Fingern, klarer Artikulation
und feinfühligem Gebrauch der Pedale [
]
In Mozarts Fantasie in c-moll, KV 475, und der Sonate in c-moll, KV 457, schuf der
Künstler innerhalb einer kleinen Form den Eindruck von musikalischer Größe.
Mit phantasievollem Gebrauch des Rubatos, weichen und delikaten dynamischen Schattierungen
drang er zum Wesen der Musik vor und erhöhte er das innere Drama.
Zum Broadwood wechselnd spielte der Künstler Chopins Nocturne in cis-moll, op.
posth., mit fließendem Rhythmus und schön singender Melodie. Dann tauchte
er in Beethovens "Appassionate"-Sonate op. 57, als wäre er der Komponist
selbst, das Instrument so energisch attackierend, dass er nahe daran war, es zu zerbrechen.
Nach dem stürmischen ersten Satz unterbrach er, um eine Saite nachzustimmen, und
begann dann das Andante zweimal, bis er mit seiner eigenen Aufführung zufrieden
war. Das Allegro-Finale war mit solcher Wucht, Schwung und Erregung präsentiert,
dass das Publikum am Ende spontan aufsprang und applaudierte.
[
] Das Recital, ein Highlight der Saison [
]
The Plain Dealer, Cleveland,
7.3.2003
Badura-Skoda gibt eine
wunderbare Aufführung
Das Recital des Pianisten Paul Badura-Skoda am Dienstag in der Kilbourn Hall war ein
Wunder in jeder Hin-sicht. Sicherlich, es war schon erstaunlich, dass das Recital überhaupt
stattfand, da der Pianist erst einige Stunden vor dem Konzert in Washington D.C. ankam.
Aber noch wundervoller war seine Aufführung. Mit 76 bleibt der österreichische
Pianist ein vollendeter Techniker, fähig, das schwierigste Repertoire einfach
erscheinen zu lassen. Vor allem war es sein Ton - süß, köstlich und
äußerst lyrisch -, der am meisten im Ohr hängen blieb. [
]
Rochester, Democrat and
Chronicle, 19.2.2003
[
] Mit 75 ist Badura-Skoda ein beseelter Pianist und in den besten Momenten seines
Recitals [in der New Yorker Carnegie Hall] gab es einen Freilauf, ein improvisatorisches
Gefühl, das einen mit Energie füllenden Effekt bewirkte. Er war auch offen
für den Geist des Moments. [
]
New York Times, 18.2.2003
[
] Sein Spiel verschmilzt die Leidenschaft für den Sinn der Musik und technische
Brillanz. Seine Phrasen "fließen wie Öl" [
] vermischt mit
einer gleichzeitig nie unterbrochenen Linie, in der eine vergangene Phrase in der gegenwärtigen
weiterlebt und schon in die Zukunft verweist. [
]
Southbury, Republican-American,
16.2.2003
Eine Pianistenlegende feierte mit einer hinreißenden Sonntagsmatinee im Linzer
Brucknerhaus den 75. Geburtstag. Paul Badura-Skoda ist einer der wenigen Künstler,
die ihren Standard über Jahrzehnte halten und immer weiter vervollkommnen.
Linz, Neues Volksblatt,
8.12.2002
[
] Nachdem er schon dem ersten Satz aus Haydns As-Dur-Sonate Hob. XVI:46 mit
souveräner gestalterischer Freiheit mehr den Charakter einer spielerischen Improvisation
als eines sklavischen Exerzitioms verliehen hatte, vollbrachte er gleich im folgenden
Adagio ein kleines Wunder. Denn hier schrumpfte der Saal zur weißgekalkten Kammer
zusammen und imaginäre Fenster öffneten sich zu Aussichten eines kaum heimgekehrten
und schon tief ins Tastenspiel versunkenen, einsamen Spaziergängers. Es war tatsächlich
so, als belauschte man jemanden in seinen intimsten Gedanken. Das Finale nahm er dann
in atemberaubendem Tempo, ganz wie Eugen Jochum es von den Schlusssätzen Haydnscher
Symphonien wünschte: "so schnell wie möglich". [
]
Düsseldorf, Rheinische
Post, 20.11.2002
Paul Badura-Skoda, der berühmteste Vertreter der großen Wiener Klaviertradition,
hat uns gestern anlässlich eines Konzertes des Orchestre Régional de Cannes
im Théatre Noga-Croisette mit Mozarts Klavierkonzert Nr. 24 einen Höhepunkt
seiner Kunst erleben lassen. Und doch - welche Einfachheit, welche Frische, welche
Le-bendigkeit! Schon nach den ersten Takten begann der Zauber zu wirken. Es war ein
traumhafter Mozart, den er uns hören ließ.
[
]
Das Publikum, wieder auf die Erde zurückgekehrt, trampelt und klatscht. [
]
Dieser Künstler mit seinem luftigen Anschlag und seiner jugendlichen Leichtigkeit,
der 75 Lenze zählt, und der, wie er sagt, eine sehr gute Erinnerung an sein Konzert
in Cannes vor ziemlich genau 50 Jahren hat, wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.
Nice-Matin, 13.11.2002
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