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Konzert und Oper

Zuletzt aktualisiert: 30.9.2017

Kritiken der CD-Einspielungen von Werken von Johannes Brahms und Frederic Chopin

... Der 35-Jährige beschränkte sich nicht darauf, mit seinem virtuosen Spiel zu begeistern. Hardy Rittner führte mit Anekdoten und Hintergrundinfos durch den Abend. Die Stücke von Frédéric Chopin und Franz Liszt wurden so greifbarer. Rittner kam es darauf an, Unterschiede zwischen den beiden Komponisten herauszustellen, die ihm aktuell allzu oft verwässert werden. So stehe Chopin für sein besonderes Timing, Improvisation und Nuancen der leisen Töne. Seine Stücke klängen wie ein Traum, erklärte Rittner. Franz Liszt dagegen sei schon in seinem Auftreten ein anderer Typ gewesen. Bei seinen Konzerten soll es im Publikum zu Ohnmachtsanfällen gekommen sein. Die erste Konzerthälfte war ganz den Werken Frédéric Chopins vorbehalten. Den Auftakt machten sechs Mazurkas. Versunken in die Musik ließ Rittner seine Finger über die Tasten gleiten. Die Augen geschlossen, spielte er eben noch ganz ruhig, dann zog das Tempo an, dynamische Passagen wechselten sich mit melancholischen Klängen ab. Zwei Charakterstücke und die Fantaisie-Impromptu folgten, bevor sechs Préludes den Schlusspunkt der ersten Konzerthälfte setzten. .... Die h-Moll Sonate von Franz Liszt sei aber durchaus „programmfüllend“, schickte Hardy Rittner schmunzelnd voraus. In der Pause hatte er erklärt, dass es wie bei Chopin natürlich auch bei Liszt lyrische und zarte Passagen gebe. Allerdings unterscheide die beiden eine andere Auffassung der Virtuosität. .... Entsprechend kräftiger und impulsiver ging es zu. Und Hardy Rittner ließ einmal mehr über sein großes Talent an den Tasten staunen.Rhythmische und lyrische Passagen wechseln sich hervorragend ab in bestem Dialog zwischen Solist und Orchester [Beethoven: Klavierkonzert Nr. 3]. Hervorragend gestaltet, die fantasievolle Kadenz. Auffällig, dann nachdenklich mit fast schon poetischer Vision. Lebenssprühend und heiter das Rondo in prachtvollem Wechselgesang, somit ein harmonisches miteinander Musizieren, das vom Orchester und Hardy Rittner voll ausgekostet wird.
Gerhard Franz, Engadiner Post, 26.1.2016

Klavierkonzert von Skrjabin mit der Philharmonie Thüringen
... Dicht und stark agierte auch Hardy Rittner auf den Tasten. Den schwierigen Läufen und Akkordbindungen Skrjabins begegnete er mit natürlicher Offenheit. Keine intellektuellen Dandy-Depressionen waren das, sondern Arabesken verblüffend unterspielter Schwierigkeitsgrade. Da hätte es gar nicht viel Pedal gebrauch. Rittners Klavierliebkosungen bildeten mit den Horneinsätzen und all den Finessen Skrjabins eine genussreiche Schwingungseinheit.
Roland H. Dippel, Ostthüringer Zeitung, 13.11.2015

Düsseldorf, Tonhalle, “Ehring geht ins Konzert”
Das ist schon große Kunst. Da mögen sich die Musiker auf der Bühne nicht zurückhalten. Hardy Rittner etwa, der Pianist mit sehr roter Fliege, der als Spezialist für historisch informierte Musik an einem der ersten je gebauten Steinway-Hammerflügel Chopin, Liszt und Mozart spielt: ein Fest der Obertöne, der klar getrennten, kontrastierenden Register. Der Skrjabin und Ligeti am neuen Steinway volltönend, brillant und bruchlos musiziert. Das “Regentropfen”-Prélude gibt’s sogar im Ehring-Rittner-Doppel auf beiden Instrumenten - Viertelton-versetzte Klangkosmen.
Armin Kaufmanns, Rheinische Post Düsseldorf, 7.9.2015

... Einen kongenialen Interpreten hat Chopin in Hardy Rittner, der bereits vor zwei Jahren mit einem Brahms-Schubert-Programm im Bozener Konzertverein zu Gast war. ... Hardy Rittner zauberte mit seiner überragenden Technik alle nur denkbaren Farben aus dem Pleyel, ohne dass der sonst bei monothematischen Konzerten oft zu beobachtende Ermüdungseffekt eintrat: Nach eineinhalb Stunden Chopin wünscht man sich weiter Chopin - von Rittner, auf einem historischen Instrument gespielt.
Dem Virtuosen gelingt besonders in den Preludes ein unprätentiöser und dennoch sehr romantischer Zugang zur Musik des großen Polen: Er simplifiziert und überstrapaziert die delikaten Werke nicht, sucht einen geraden und dennoch geheimnisvollen Klang, verbannt Chopin aber auch nicht in die morbide Einsiedeleieines heimwehkranken Melancholikers. Rittners Spiel bringt sowohl das Mystische als auch das Kraftvoll-Pathetische und bisweilen sogar Aggressive der Musik Chopins zur Geltung und vermeidet jede Verkitschung, die der Chopin-Rezeption nach wie vor schadet. Bemerkenswert, dass ein moderner und unerhörter Zugang ausgerechnet über einen “alten” Flügel gelingt, dem das umwölkte Getöse moderner Konzert-Schlachtschiffe fremd ist....
Anton von Walther, Dolomiten, 29.10.2014

Ein außergewöhnlicher Solist
Wenn ein Künstler die Sparte “Meisterkonzert” im Teo Otto Theater treffend bedient, dann Hardy Rittner, der am Mittwochabend im gut besuchten oberen Theaterfoyer wahrlich meisterhaft spielte. Ohne den anderen Musikern, die bislang in dieser Reihe vertreten waren, zu nahe zu treten, ist ein Pianist dieser Klasse selten in Remscheid zu Gast.
Der vielfach ausgezeichnete Rittner stieg unspektakulär, aber ungeheuer wirkungsvoll in den Konzertabend ein. Seine Interpretation zweier Bach-Choräle vermittelte in ihrer Schlichtheit der Klavierfassung den Eindruck, als wolle er sein Publikum zunächst einmal ankommen lassen. ... Brillant danach seine Interpretation von Beethovens Klaviersonate S-Dur op. 2 Nr. 3. ... Nach dem ebenso fantastisch gespielten Brahms-Scherzo es-Moll op. 4 gab es das interessanteste Stück nach der Pause zu hören. Komponist Christopher Tarnow ist nur wenig jünger als der 1981 geborene Rittner und hat mit seiner Klaviersonate “Wie schön leuchtet der Morgenstern” ein Stück geschaffen, das dem Interpreten, dem Publikum und auch dem Instrument - wie der Pianist vermerkte - einiges abverlangt. ... Wie Rittner mit den Tücken und Herausforderungen des Stücks fertig wurde, war atemberaubend. Schloss man die Augen, hätte man glauben können, es spielten nicht zwei, sondern vier Hände. Insofern war der Auftritt des Pianisten absolut passend, um den neuen Steinway-Flügel erstmals in einem Konzert erklingen zu lassen. Eine würdigere Premiere hätte man sich nicht vorstellen können.
Stefanie Bona, Bergische Morgenpost, 29.11.2013

Der Preisträger bereitet den Zuhörern einen großen musikalischen Abend
Hardy Rittner kann man die Spielfreude ansehen. Egal welchen Hitzegrad die Musik erreicht, der junge Pianist zeigt sein Können mit einem feinen Lächeln auf den Lippen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Rittner Klassiker oder Zeitgenossen interpretiert. Ihnen allen widmet er sich mit gleich großem Enthusiasmus. Eine Begeisterung, die sich direkt auf den Zuhörer überträgt.
... Mit Christopher Tarnow schließt der Abend, der mit Bachs Choralvorspiel “Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ” begonnen hat. Wie ein roter Faden zieht sich der Choral “Wie schön leuchtet der Morgenstern” durch die Klaviersonate des 1984 geborenen Komponisten. Seine Melodie wird dabei beständig von splitternden Dissonanzen überlagert. Im finalen “Ricercar” erscheint das Thema in ganzer Pracht - und macht den Zuhörern große Freude.
Daniel Diekhans, Remscheider Generalanzeiger, 29.11.2013

Körperlich brutale Aufgaben an den Tasten
Der Pianist Hardy Rittner brilliert mit einer zeitgenössischen Klaviersonate

Die Sonate mit dem programmatischen Titel “Wie schön leuchtet der Morgenstern” des jungen Komponisten Christopher Tarnow verlangt nicht nur pianistische Bravour, sondern stellt laut Komponist “schlichtweg eine körperlich brutale Herausforderung”dar. ...
Mit unglaublicher Virtuosität stürzte er sich in die Attacken, die dieses Stück in seiner komplexen Kombination von formaler Bizarrerie, rhythmischer Vertracktheit und extrem schwierigem Klaviersatz bietet. Die Choralmelodie schimmert gelegentlich auf, sei es schamhaft versteckt im Pedalnebel von Nebenstimmen, zum Geschwindmarsch verzerrt oder von brachialer Wucht zerhämmert. Überraschen in die atonale Tonsprache eingestreute D-Akkorde liefern Fixpunkte für meditative, stillere Momente mit glockenartigen, hellen und zarten Klängen und minimalistischen Tonschichten.
Immer wieder geht es freili9ch auf wilde Tastenjagd voller pianistischer Hexereien und aberwitziger Raserei. Am Ende leuchtet, einer Erlösung gleich, der “Morgenstern”sanft und im originalen Wohllaut auf und strahlt, von mächtigen Klangkaskaden eingehüllt, in vollem Granz, wenn Hardy Rittner im aggressiv-kompakten Kraftakt beim Finalsprint nochmals die Muskeln spielen lässt.
...
Höhepunkt des gut besuchten Konzertes war Schuberts letzte Klaviersonate B-Dur, Inbegriff des Reifestils dieses Komponisten. Rittner wiederholte sogar die riesige Exposition des ersten Satzes und man hörte endlich einmal die eigenwillig akzentuierten Übergangstakte. Für den von vielen Bravorufen begleiteten Applaus dankte der Künstler mit Chopins “Revolutions-Etüde” und der Wiederholung des Schlusses der Tarnow-Sonate.
Albrecht Schmidt, Darmstädter Echo, 11.3.2013

Klavierabend in Bozen am 14.12.2012
... Mit kleinen Modulationen im Anschlag, mit differenzierter Dynamik und einem nicht zu schnellen Zeitmaß gelang es Rittner, hier einen überzeugenden Klangteppich aufzurollen, auf dem dann die “8 Klavierstücke” op. 76 und vor allem die beiden “Rhapsodien” op. 79 von Brahms zu einem ersten Höhepunkt wurden. ... Das Hauptwerk des Abends war allerdings nach der Pause Franz Schuberts große B-Dur-Sonate von 1828, ruhiger und verklärender Ausklang und zugleich Zusammenfassung aller inneren musikalischen Kräfte, die Schubert in Musik gesetzt hat, ein immens schwieriges Werk, das sich stets verwandelt und wieder neu beginnt. Hardy Rittner gelang es, Schuberts großartige letzte Sonate in ihrer ganzen Innenspannung vor uns Hörern auszubreiten und in schier träumerische Expression zu verwandeln.
Feruccio delle Cave, Dolomiten, 18.12.2012

Klavierabend in Reutlingen am 5.10.2012
... Nun zu Hardy Rittner. Die drei Bach-Bearbeitungen von Wilhelm Kempff spielt er wunderbar ruhig und gesammelt. Deutlich und mit kleinen Modulationen im Anschlag, Dynamik und Zeitmaß. ... Minimale Phasenverschiebungen zwischen beiden Händen nimmt er behutsam vor. Sie werden nie zur Manier, sondern sie weiten den Klang. Geben ihm mehr Innenraum.
... Genauso macht es Hardy Rittner. Musiziert diese Kostbarkeiten [Schönberg op. 19] mit Gefühl für jeden Ton und mit Verstand für Form und Klang des Ganzen. Die offene Poesie dieser Stücke verbietet alles Heftige. Rittner ertastet sie mit leisen Fingern.
... Rittner erzählt diese acht Stücke [Brahms op. 76] packend. Mit Kraft und Poesie. Mal elfenhaft leicht, mal mit balladesker Dramatik, mal mit liedhafter sonorer Wärme, mal elegant und bewegungssicher wie im letzten Stück.
Hauptwerk ist Schuberts große B-Dur-Sonate gewesen. ... Da wird Liedvolles, Schmerzvolles, Widerständiges mitfühlend angedeutet. Wird Schuberts Musik in ihrer ganzen Innenspannung berührt, ohne über sie zu verfügen. Wird fast andächtig und immer konzentriert und mit Impuls nach vorn musiziert. ...
Hansdieter Werner, Reutlinger General-Anzeiger, 14.10.2012

Feines Gespür für Brahms
Hardy Rittners Solo in der Alten Oper
... im herausragenden Klavierabend, den der 30-jährige Rüsselsheimer im Mozart-Saal gab.
Rittners Reife erwies sich bereits in den 1892 entstandenen Brahms-Fantasien als enorm. ... Wie Hardy Rittner ihren melancholischen, reflektierten, aber auch wie von Lebensfährnissen unbelasteten Ton traf, hatte großes Format. Sein feines Gespür für die eher dezenten Stimmungswendungen, vor allem aber der auf äußerste Transparenz geschärfte pianistische Blick kam Schönbergs teils nur sekundenlangen Klavierstücken op. 19 ebenso zu Gute.
... So durchdacht Rittner die Werke der ersten Konzerthälfte aneinander gefügt hatte, so musikalisch bewegend, pianistisch fesselnd gelang der zweite Programmteil. Junger Brahms nun, in Rittners kantabler, in sich ruhender und doch soghafter Nacherzählung der vier “Balladen” op. 10, schließlich in der zweiten Klaviersonate fis-moll op. 2. Rittner ... stellte seine technische Brillanz, seine Sicherheit in der pianistisch ungemütlichen akkordischen Dichte dieses frühen Brahms-Werks nie bloß zur Schau, sondern ganz in den Dienst des Musikalischen. Wer so viel pianistischen Facettenreichtum mit einem derart klugen Programm verbindet, ist ein großartiger Interpret. Das war offenbar auch Publikumsmeinung: Auf intensiven Beifall folgten eine zugegebene Etüde von Alexander Skrjabin sowie ein weiteres Brahms-Intermezzo.

Axel Zibulski, Offenbach-Post, 23.1.2012

... Billige Kompromisse sind dem ... Pianisten fremd. So musste der Schönberg-Block vor der Pause provokativ wirken. Wer aber danach ging, brachte sich um das hinreißende Erlebnis der eruptiven Gewalt der fis-Moll-Sonate. ... Hier wie auch in den spröderen vier Balladen ... entfaltete Rittner wirkungsvoll Sinn für überraschende, oft improvisatorisch wirkende Kontraste ungeachtet ihrer motivischen Verklammerungen.
... Viel Zeit ließ er sich zwischen den Sekunden-Miniaturen der Sechs kleinen Klavierstücke op. 19 von Arnold Schönberg; das sechste ... geriet in seiner klanglichen Delikatesse zu einem der Höhepunkte des Abends.. Es schlug die Zuhörer derart in Bann, dass niemand zu klatschen wagte und Rittner die Suite op. 25 sofort anschloss.
...Rittners Ausdruckswille und Klangsinn kulminierten in dem als spröde gefürchteten Intermezo e-Moll, sie steigerten sich nochmals in dem h-Moll-Intermezzo aus Brahms op. 119, das unvergesslich als Zugabe einen reizvoll eigenwilligen Abend beschloss.

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.1.2012

Spektakulärer Tanz auf den Tasten
... Die fis-Moll-Sonate [Brahms] erwies sichj bislang dagegen als schwer zugängliches und sprödes Sandwichkind, dem die melodischen und harmonischen Reize der Sonatengeschwister abgingen.
Doch in Hardy Rittner hat das Aschenputtel unter den frühen Sonaten gewissermaßen nach über 150 Jahren seinen Prinzen gefunden. Der zweimalige Eche-Preisträger erwies sich als einfühlsamer Meister, der Zusammenhänge hörbar machte und das Werk atmen und jeden Satz individuell verklingen ließ.
... Beiseiner Interpretation der polulären Balladen Opus 10 musste das Publikum sogar Brüche mit den Hörgewohnheiten verkraften: Hatte Rittner bei der zweiten Sonate eine bisher unerhörte Einheit hergestellt, so taten sich im zweiten und vierten Satz bislang üerhörte oder überspielte Abgründe auf.

Armin Henning, WLZ, Januar 2012

Echo-Preisträger begeistert als Tasten-Poet
Ein Stürmer ist er nicht. … Rittner braucht keinen wuchtigen Fingerschwung, um seine Interpretation, beispielsweise der zweiten Ballade h-Moll, von Liszt zu untermauern. … gerade dieser gänzliche Verzicht auf ein protzig-preziöses Pianistentum zwingt den Hörer ins bewegungslose, beinahe atemlose Zuhören.
… Die große B-Dur-Sonate von Schubert … Rittner sog mit unendlicher Intensität das lyrische Thema immer wieder in schlichter Größe aus den Tasten und lastete ihm keine Überinterpretation an. … Rittners Anschlagskultur ist von unbeschreiblicher Schönheit … kein Ton dieser tiefgründigen Sonate fällt dem Zufall anheim. So wird sie unter Rittner genialer Fingerführung zum universalen Klangerlebnis.

Kristin Wachenfeld, Rheinische Post, 19.9.2011

Ein klarer Anschlag, verbunden mit großer Sensibilität, kennzeichnet das Spiel Rittners, der von Beginn an die Zuhörer in seinen Bann schlägt…
Mit der letzten Klaviersonate von Franz Schubert, der Sonate in B-Dur, bereitet Rittner den Zuhörern ein hervorragendes Erlebnis. Das so facettenreiche Stück … zeigt die Meisterschaft Rittners in seiner ganzen Spannbreite: hohe Konzentration, Virtuosität und viel Gefühl. Das alles verschmilzt zu einem Spiel, das den Zuhörer in andere Welten abtauchen lässt.
Michaela Plattenteich, Westdeutsche Zeitung, 20.9.2011

Arnold Schönberg: Klavierkonzert
Konzerte mit den Bergischen Symphonikern unter der Leitung von Peter Kuhn
- Rittner interpretierte das Konzert auswendig, was bei diesem Konzert nur von wenigen Pianisten gemacht wird

Der famose Solist Hardy Rittner zergliederte den Klavierpart aufrührerisch brillant. “Stets deutlich” schrieb Schönberg in die Noten. Und Rittner drosselte die dem Werk innewohnende Schubkraft eines äußerst virtuosen Klavierparts nicht - er steigerte sie noch.
... es gab anerkennenden Beifall für die Leistungen insbesondere des Solisten. Der ein Intermezzo von Johannes Brahms zugab - zurecht dessen weit über die Zeit reichende Visionen im Sinn.

Thomas Wintgen, Remscheider Generalanzeiger, 16.9.2011

Kehrte der Zwölftöner Schönberg in den USA wieder einen Schritt zurück zum Expressionismus? Fast hatte es den Anschein. Rittners markanter, zuweilen glitzernder Anschlag verlieh dem Klavierpart zudem das Profil, das es aus der über weite Strecken kammermusikalischen Instrumentation hervortreten ließ.
Ulrich Mutz, Bergische Morgenpost, 16.9.2011

Als Solist korrespondierte zuvor der zweifache Echo-Klassik-Preisträger Hardy Rittner in Haydns Klavierkonzert Nr. 1 D-Dur gut mit Sanderlings Ideen, sehr lebendig, im Anschlag distinkt, leicht und transparent, in den Solokadenzen mit freiem, quasi extemporierendem Gestus und im Finalrondo griffig im „All’Ungarese“-Stil. Als Beitrag zum Liszt-Jahr steuerte er mit der Ballade Nr. 2 h-moll des Jubilars noch ein reines Klavierwerk bei. Vom dunklen Grollen der Fluten bis zum süßen Liebesthema hin traf Rittner Liszts Idiom genau und „erzählte“ auf diese Weise eine bewegende Geschichte.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. 6. 2011

Hardy Rittner (29), zweimaliger Echo-Klassik-Preisträger, wurde dem ausgezeichneten Ruf, der ihm vorauseilt, vollauf gerecht. In Robert Schumanns einzigem Klavierkonzert, das ein völliges Verschmelzen mit dem Orchester bedingt, wusste sich der Pianist ohne Selbstgefälligkeit und fern aller Tastenlöwen-Unarten optimal einzufügen. Dabei kamen jedoch weder seine hohe Musikalität noch die von staunenswerter Spielkultur getragene Virtuosität zu kurz.
Heide Oehmen, Rheinische Post, Möchengladbach, 29.10.2010

Mit viel Neugier wurde der zweimalige Echo-Klassik-Preisträger Hardy Rittner erwartet. Wie ein schlaksiger Junge setzte sich der 29-Jährige nach freundlicher Verbeugung an denFlügel und wartete auf den ersten Orchesterakkord des einzigen Klavierkonzerts von Robert Schumann, der dem Solisten seinen Einsatz signalisiert. Was dann an pianistischer Kultur, grandioser, doch kaum wahrnehmbarer Virtuosität, an traumwandlerischer Sicherheit bei wohltuender Unaufgeregtheit zu erleben war, davon kann man nur schwärmen. Rittner, Jackson und das spürbar animierte Orchester verstanden sich blind – ja, waren eins geworden. So und nicht anders muss man dieses kostbare romantische Tongemälde musizieren. Das Publikum im sehr gut besuchten Seidenweberhaus war begeistert – und freute sich über eine romantische, ganz zurückgenommene Zugabe.
Rheinische Post, Krefeld, 28.10.2010

Ein wunderbar poetisch spielender Pianist, Hardy Rittner, an Siegen in Wettbewerben reich, an Können groß. Die große Attitüde der Klavierlöwen fehlt ihm ganz. Schlicht spielt er, empfindsam und der Musik lauschend, Schumanns a-moll  Klavierkonzert.
Technisch hoch über den gewiss nicht geringen Anforderungen dieses so leicht klingenden Werkes stehend, musizierte er mit blühendem Ton, wunderbarem Anschlag,  vom ersten Takt an in Einheit mit unserem wunderbar spielenden Orchester, das Graham Jackson einfühlsam und  sensibel  leitete.
Große Vergleiche drängen sich hier auf. … Ich meine, dass Hardy Rittners Interpretation hier gleichberechtigt daneben steht.
Als Dankeschön für den reichen Beifall spielte er eine Etüde von Skriabin. Hier konnte er auch seine Lust am Tastendonner zeigen. Bravo.
Herbert Rommerskirchen, Bürgerzeitung für Mönchengladbach, 28.10.2010

Es war faszinierend zu erleben, wie viele unterschiedliche Klangfarben Hardy Rittner aus ein und demselben Instrument holen kann. Für seine prämierten CD-Einspielungen hat er großen Wert auf authentische Instrumente der Entstehungszeit gelegt. Hier bearbeitete er den modernen Steinway so differenziert, dass man mitunter glaubte, er habe den Flügel gewechselt.
Rheinische Post, 16.9.2010 (Konzert in Leverkusen)

Mittlerweile ist der junge Pianist in seinem Spiel so souverän, dass er seine Gestaltungsabsichten wohl an jedem beliebigen Flügel deutlich machen könnte. Das bewies er am Montagabend in der Stadthalle [Wuppertal].
Westdeutsche Zeitung, 16.9.2010

CD-Einspielung von Arnold Schönbergs kompletter Klaviermusik
Wie Severin von Eckhardstein, der sich [...] als eigenständiger Denker am Klavier ausgezeichnet hat, gehört Hardy Rittner zu einem stillen, seriösen Interpretentypus, der sich ganz auf die Musik konzentriert und nicht nach vorzeitigem Ruhm schielt, indem er sich in lässigem Outfit und Turnschuhen als Everybody's Darling auf dem CD-Cover präsentiert. [...] Ausgehend von den frühen an Brahms orientierten Klavierstücken von 1894 zeichnet Hardy Rittner die musikalische Entwicklung Schönbergs sensibel nach. Ohne etwa den Klavierstücken op. 19 ihre Kanten und Schärfen zu nehmen, ist Rittners Spiel betont sinnlich. Mit seiner großen Bandbreite an Anschlagsnuancen gelingt es ihm gerade in den komprimiert kurzen Werken Schönbergs expressiven Reichtum voll zu entfalten. Rittner versteht es, alles vermeintlich Kühle und konstruiert Didaktische zu eliminieren und die Stücke mit emotionaler Wärme zu entfalten, ohne dabei die formale Strenge außer Acht zu lassen.
Frank Siebert, FONOFORUM, 3/2010

 Putting his fingers where his mouth is, this young man (b. 1988) shows the old masters (Pollini, Gould, even Steuermann) how this music should go, fully capturing the characteristics he cites. A Schoenberg pupil said: “Nothing is delicate and lyrical enough for him.” Rittner might be. The three early works bathe the listener in a warm glow, softening one up for thornier patches to come. But even they dissolve into beauty in Rittner’s hands, which make totally harmonious music even without conventional harmony.
James H. North, Fanfare, 3/2010   

Hardy Rittner hat sich innerhalb eines kurzen Zeitraum in die vorderste Reihe der Jungstars gespielt. Seine hochkarätigen und im besten Sinne eigenwilligen Interpretationen der frühen Brahmswerke auf zeitgenössischen Instrumenten gelten seither als Geheimtipp. … Es sind faszinierende Klangwelten, die hier aufeinander treffen und zu einer kunstvollen Einheit verschmelzen.
Lisa Eranos, CLASSaktuell, 2009/4

Dass diese CD etwas Besonderes ist, liegt nicht nur daran, dass der junge Pianist Hardy Rittner hier das gesamte (und recht bescheidene) Klavierwerk von Arnold Schönberg eingespielt hat, sondern daran, dass er es auf alten Instrumenten tut. Und dass er dabei neben einem alten Steinway auch einen Streicher & Sohn-Flügel von 1870 nutzt, erklärt er leicht mit den Angaben, die Schönberg einmal selbst machte und die sich auf das mittlere Pedal bezogen, das ein Moderatorpedal sein sollte, was es in modernen Instrumenten so nicht mehr gab. […] Und Rittner verfolgt den Gedanken weiter, weg von einem rein konstruktiven Denken, hin zu einem harmonisch-melodischen in Schönbergs Musik. […] Eine CD, die aufhorchen und Schönberg in einem neuen Licht [er]scheinen lässt.
Carsten Dürer, Pianonews 01/2010

CD-Einspielung von Brahms' Klaviersonaten Nr. 1 und 3
Überwältigende Musikerfahrung
In der Septembernummer 2008 von Pizzicato hatten wir die erste Aufnahme mit Klavierwerken von Johannes Brahms in der Interpretation von Hardy Rittner begeistert begrüßt [...] Unsere Vorfreude war berechtigt: die neue CD steht der ersten Einspielung des hervorragenden jungen Pianisten in keiner Weise nach. [...]
Nicht viele können ein Opus 1 von solcher Wucht und Intensität vorzeigen wie der Hamburger, der die Möglichkeiten des Instruments bis ins Letzte auslotet. All dies kommt in dem differenzierten Spiel Hardy Rittners optimal zur Geltung, zumal der Pianist es versteht, die Klangschichten, die Polyphonie und die Rhythmik der Musik mit einer Klarheit und Transparenz offen zu legen, wie man dies nur sehr, sehr selten hören kann. [...] Seit [...] Annie Fischer [...] ist mir keine Interpretation davon mehr so unter die Haut gegangen wie die von Hardy Rittner.
GW, Pizzicato 4/209

Hardy Rittner liefert ein in jeder Hinsicht eindringliches, ja geradezu plastisches Hörerlebnis: Melancholie und jugendlicher Überschwang, Zurücknahme und Ungestüm - Rittner spielt mal mit Samtpfote, mal mit Pranke, dabei stets mit Geschmack. [...] - all das bereitet selbst nach mehrmaligem Hören pures Vergnügen.
Christoph Vratz, Fonoforum 3/2009 (Musik: 5 Sterne, Klang: 5 Sterne)

 

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