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Konzert und Oper

Zuletzt aktualisiert: 30.11.2017

... Brahms’ Musik trägt unter dem Dirigat von Kuhn keinen Bart. Nach einem Schwall an Sehnsuchtstönen wird der Raum mit pulsierende Rhythmen gelüftet. Alles klingt luftig und leicht. Auch wenn die Streicher und Bläser zwischenzeitlich auf Alarmstufe rot spielen, brennt keine Sicherung durch. Wie ein geübter Fallschirmspringer setzt das Orchester sanft auf, und die Musik verschwindet in Raum und Zeit. Das leise Ende der Brahms-Symphonie erinnerte an den Beginn mit Mendelssohn-Bartholdy, dessen Ouvertüre kristallin dahin perlte wie die See an einem lauen Sommerabend.
Christian Peiseler, Bergischen Morgenpost, 13.12.2016

... Drei beschwingte Sätze [Weill: Suite Panaméenne], gespickt mit lateinamerikanischen Rhythmen und Melodien, wurden unter Kuhns Dirigat in hoher Qualität kompakt, dynamisch und konturenreich serviert, schwangen sich mit der unprätentiösen Energie reiner Spielfreude auf zum lässig bewegten Ohrenschmaus - vom Tango der Introduktion und dem panameischen Marsch mit seinen kraftvollen Bläsercrescendos über den butterweich phrasierten, Bigbandnostalgie verströmenden Habanerapart bis zum Schlussfoxtrott, der in seinem Duktus leicht an Gershwins Rhapsody in Blue erinnerte. Das war beste Unterhaltung in sinfonischem Gewand, ein brillant präsentiertes Salonschmankerl mit Varieté-, Revue- und Musiktheaterelementen, die Weill so berühmt machten. Ein Fest fürs Ohr. ... Sieben Sätze [Weill: Sieben Todsünden] waren nach allen Regeln sinfonischer Kunst gestaltet: sauber, klar, hochdynamisch vom zartesten pianissimo bis zum brachialen fortissimo-Akzent, stets erstklassig artikuliert, mit perfekten Solos, Akzenten, Zwischenspielen und in einem gut ausgeleuchteten, differenzierten Zusammenspiel mit fünf Top-Solisten. .... Die Zusammenarbeit mit den Symphonikern war punktgenau und filigran - eine gute Leistung. ... Da war großes symphonisches Kino zu erleben [Schostakowitsch: 1. Symphonie]: sehr bewegt, klar artikuliert  der erste Satz, stringent die Linienführung des zweiten, ergreifend, ohne falsches Pathos, das melancholische Lento, klar durchkonzeptioniert das effektvolle Finale. Das war starke Musik - ein mitreißendes symphonisches Szenario.
Solinger Morgenpost, Cyrill Stoletzky,

... Das von GMD Kuhn sicher geführte Orchester war ebenbürtiger Partner des Solisten , setzte dynamische, auch im Fortissimo saubere, dramaturgisch toll entwickelt Akzente, kompakt und punktgenau, drängte nie, ließ sich ein in einen vielschichtigen Dialog mit dem Solisten...
Dann gab es noch einmal Klangmagie pur. Debussys “La Mer” war ein betörendes, souverän und stimmig serviertes Konzertereignis, fast überirdisch schön. ... Das war Klang satt: große Musik, vollendet dargeboten.
Cyrill Stoletzky, Solinger Morgenpost, 23.6.2016

Ein Vollromantiker stand mit der sechsten Symphonie von Alexander Glasunow (1865-1936) auf dem Spielplan. ... Weite Bögen in Niemandsland spannt Kuhn mit dem Orchester. Ihm gelingen kristallklare Übergänge. Mit einem Wimpernschlag fegen die Blechbläser die dunkle Melancholie aus der Partitur. Die Töne strahlen und glitzern, es funkelt, und scharfkantige Rhythmen nehmen zu. Im vierten Satz haben sie sich kurz zu einem mechanischen Wummern verwandelt. Alles wirkt perfekt verlinkt, fabelhaft meisterlich. ... Von Glasunows romantischer Power überwältigt spendete das Publikum stehend Applaus.
Christian Peiseler, Bergische Morgenpost, 4.9.2015

Verdi: Messa da Requiem

Wie so etwas nicht nur klingen kann, sondern wie der Funke zum Überspringen gebracht werden kann, konnte man im umjubelten 8. Philharmonischen Konzert erleben. … Sichtlich in seinem Element war Generalmusikdirektor Peter Kuhn, der als ehemaliger Chef der Bielefelder Oper Spezialist für Operndramatik ist – auch wenn es wie beim Requiem keine Bühne gibt und braucht.
Umsichtig liefen bei ihm die Fäden dieses eineinhalbstündigen Werkes zusammen. … Kuhn verstand es auch beeindruckend, den dramatischen Bogen vom fast veristisch genommenen „Requiem aeternam“ bis zum zärtlich abschließenden „Libera me“ zu spanen: Immer wieder konnte Kuhn mit neuen Impulsen die Energie des Werkes zum Sprühen bringen, selbst in den fast sphärischen Klängen des „Agnus Die“, in dem sich Sopran und Mezzosopran schwebend umschmeicheln.
Jan Crummenerl, Solinger Tageblatt, 23.4.2015

… Und Peter Kuhn ist zu gescheit, um auf Witz oder Schadenfreude hereinzufallen, wenn Igor Strawinsky in der Petruschka einen Leierkasten oder das „Vokabular“ eines Walzers nachkomponiert – stattdessen gibt’s eine Mischung aus kühler, meisterlicher Charakterisierung und unterschwellig sehnsüchtiger Verklärung.
Wie der Danse russe explodiert, die toll geblasene Trompetenstelle bei Erscheinen von Petruschkas Geist Fahlheit gewinnt, hat hohes Format. Kuhn und Orchester kosten jedes Virtuosenkunststück aus, verstärkten groteske Partien zu komprimierten Klangzauberstückchen.
Thomas Wintgen, Remscheider Generalanzeiger, 27.2.2015

K.A. Hartmanns Fünfte Symphonie bestach durch Präzision der filigran instrumentierten Polyphonie, durch klar konturierte Dynamik und eine sehr straff organisierte Darbietung. Die vorwärtsdrängende Motorik des Kopfsatzes mit ihrem verspielten Dialog von Orchester und Solostimmen, das introvertierte Adagio und das fließend bewegte Schlussrondo – all dies verschmolz zum magischen Hörerlebnis. …
Strawinskys Petruschka-Suite bildete den Abschluss: klar und präzise gespielt, ein Beispiel erstklassiger sinfonischer Arbeit, der es gelang, durch ihre vitale Präsentation wirkliche Bilder vor dem inneren Auge heraufzubeschwören.
Cyrill Stoletzky, Solinger Morgenpost, 26.2.2015

... Das Ergebnis [Luciano Berio: Rendering] führten die Bergischen Symphoniker unter Peter Kuhn mit einer solchen Lust und Laune vor, dass das Zuhören die reine Freude war: schlank und sehnig, hell durchleuchtet, mit beseelten Oboenmelodien im langsamen Mittelsatz und folkloristisch robustem Kontrapunkt im Finale - vor allem aber mit einem Schwung, der ansteckend war. Und wo Berio einen ganz weißen Fleck ausfüllen musste, da schickten die Sphärenklänge einer Celesta Strauss’ Rosenkaalier zu einer Odysee in den Weltraum. ...
Ulrich Mutz, Bergische Morgenpost / Solinger Morgenpost, 23. / 24.10.2014

Dirigent Peter Kuhn wäre nicht Peter Kuhn, hätte er nicht auch auf dieses kanonische Gipfelwerk der symphonischen Literatur [Bruckner: 5. Symphonie] eine eigene Sicht. Und die ist nicht statisch, sondern ganz im Gegenteil: voller Dynamik.
So konnten die Zuhörer … einen Anti-Bruckner zu Interpretationen à la Celibidache oder auch Günter Wand hören. Dabei war die Fünfte bei aller punktuellen Zügigkeit nie gehetzt und zerfiel auch nicht durch Brüche in Tempo und Dynamik. Denn Kuhn gelang es, die verschiedenen und durchaus gegen den Strich gebürsteten Zeitmaße … glaubwürdig zu vermitteln.
Die Fugen-Fünfte, die vielleicht größte orchestrale Herausforderung unter allen Bruckner-Symphonien, atmete vielmehr Reinheit: kein nordischer Wanderer über dem Nebelmeer rang da um Luft. Stattdessen blickte ein alpiner Bergbezwinger klaren Auges auf zerklüftete Felsmassive.
Ulrich Mutz, Solinger Morgenpost, 13.6.2014

Kuhn wahrte vernünftige Balance zwischen den Orchester-Gruppen. Er verwendet weitgehend große Gesten und Spannungsbögen, ohne den Blick für das schöne, pointierte Detail zu verlieren. Hätte er Konzertmeister Haunhorst nicht an die Hand genommen und hinausgeführt – die Menschen würden jetzt noch klatschen. … vom „kontrapunktischen Meisterwerk“ (Bruckner) waren alle so begeistert, dass es niemand auf dem Sitz hielt – es gab so viele „Bravo!“-Rufe wie lange nicht. … Sie galten der Architektur, die Kuhn differenziert darbot, ohne musikantischen Schwung zu verleugnen. Die Artikulation des Adagio, grandiose Choräle und Fugen, ihr Niveau verführen weder Kuhn noch Symphoniker, sich als eine Art gut geölter Musikmaschine selbst zu genügen. Stattdessen vollziehen die Musiker jede geringste dynamische Schattierung nach, als steuerte jemand die Lautstärke am Regler. Da tauchen wunderbar ruhige Adagio-Hörner auf, verströmen Violinen volle Klangpracht.
Thomas Wintgen, Remscheider Generalanzeiger, 21.6.2014

… In einer engagierten Aufführung ließen Generalmusikdirektor Peter Kuhn und die Bergischen Symphoniker die kaum aufgeführte Lyrische Symphonie nach Gedichten von Tagore [von Alexander Zemlinsky] buchstäblich aufblühen. Feinfühlig und durchdacht nahmen die Musiker das Publikum mit in ein Musikreich, das zwischen Spätromantik, Impressionismus und Moderne schwebt. Hier gelangen die delikaten Details der Partitur ebenso wie der große zyklische Zusammenhang dieses Werks in sieben Gesängen…
Jan Crummenerl, Solinger Morgenpost, 8.5.2014

… Das Riesenorchester, das nach der Pause auf dem Podium Platz nahm, sprengte fast den Raum der Bühne. Entsprechend üppig war der Klang in der „Lyrischen Symphonie“ von Alexander Zemlinsky koloriert. Um im Bild zu bleiben: mit einer Melange aus Makart-Opulenz und goldgrundierter Klimt-Ornamentik. Die musikalische Mixtur von Expressionismus und Jugendstil galt aber auch einem schwül erotischen Stoff: der Annäherung und Abstoßung der Geschlechter. … Peter Kuhn machte diesen Balanceakt mit kluger Disposition des Riesenapparats so leicht wie es eben ging und tauchte den Pinsel doch immer wieder tief in den Klangfarbeneimer.
Ulrich Mutz, Bergische Morgenpost, 9.5.2014

Zum eigentlichen Träger der Handlung wurde von Anfang bis zum lakonischen Ende das Orchester. Schon in der Ouvertüre legte Kuhn mit seinen Musikern Akzente auf schmerzliche Vorhalte und andere Dissonanzreibungen. Die Streicher wogten lyrisch, die Holzbläser formulierten sprechend (Leit-) Motive, das Blech blitzte mit metallischer Schärfe, die Pauken donnerten grollend.
Ulrich Mutz, Solinger Morgenpost, 10.4.2014 - über Dvorak: Die Geisterbraut

Zunächst fremd und sperrig mutet das Cellokonzert von Bernd Alois Zimmermann an. Wenn Peter Kuhn aber mit seinem Orchester dem Konzert eine solch profunde Einführung voranstellt, kann man das Werk nicht nur verstehen, sondern auch genießen.
Solinger Tageblatt, 12.12.2013

“Scheherazade”, so der Titel von Rimski-Korsakows symphonischer Suite nach Geschichten aus “Tausendundeiner Nacht”. Generalmusikdirektor Peter Kuhn und seine Symphoniker brachten sie im Breitwandformat zum Klingen: mit Harfenrauschen und aller Opulenz der orchestralen Farben, die der phantasievolle Harmoniker und Instrumentator Rimski in seinem Meisterwerk eingesetzt hat.
Ulrich Mutz, Bergische Morgenpost, 13.12.2013

Konzerte mit der Norddeutschen Philharmonie Rostock
Wurden diese Aufbrüche im Spiel des Orchesters unter der Leitung des Gastdirigenten Peter Kuhn hörbar? Mit George Gershwins „An American in Paris“ legte Kuhn einen fetzigen Beginn vor. Das Tempo nahm er stringent, nur die Soli von Englischhorn und Violine durften ausbrechen. Rhythmisch hielt der Dirigent streng auf Genauiugkeit und Prägnanz, was dem jazzigen Orchesterstil eine amerikanische Note gab. …Wenn sich danach die Struktur verdichtete, verschiedene Rhythmen sich überlagerten, die Melodien miteinander wild verwirbelt wurden: Kuhn hielt die Richtung und führte das Orchester, wie es am Broadway kaum besser hätte klingen können.
… Danach eine Haydn-Sinfonie? Jawohl. Dem Dirigenten gelang es, mit Nr. 95 die Aufmerksamkeit von der Moderne auf die Klassik zu zwingen. Er reizte die dynamischen Kontraste aus, die dramatische Gestik, die raffinierte Metrik. Er ging bis in kleinste Details. Wie unterm Mikroskop wurden sie überdeutlich, dass über die Faszination das große Ganze fast aus dem Blick geriet.
Michael Baumgartl, Ostsee-Zeitung, 18.11.2013

… von den Philharmonikern punktgenau begleitet unter dem Gastdirigenten Peter Kuhn … Dieser hatte Gershwins „Amerikaner in Paris“ vorangestellt, ohne „amerikanische“ Schmissigkeit, sondern sorgfältig ausbalanciert. Und schloss ab mit der anregend musizierten Haydn-Sinfonie Nr. 95, mit straffem, feinem Klang, mit Stolz und Anmut, nachdenklich und empfindungsvoll.
Heinz-Jürgen Straszak, Norddeutsche Neueste Nachrichten, 18.11.2013

... Wenn Kerkenjs Geige schwieg [Tschaikowsky Violinkonzert], dann drehten die Symphoniker unter ihrem gespannt dirigierenden GMD den Han voll auf: mit schwungvollen Melodien und markanten Akzenten, Canzonetta-Gesang und Seufzer-Motiven. ...
Kuhn und seine Symphoniker nahmen Brahms’ “Pastorale” mit Energie und Ernst, mit der Wucht des Blechbläserklangs und weit ausgeschwungenen Melodiebögen in Angriff. Unter Kuhns Taktstock flossen verschlungene Melodien wie Ströme glühender Lava durch die Streichergruppe. ... Nach dem unwiderstehlichen Schluss des Finales rief sie ein vielstimmiges Bravo hervor.
Ulrich Mutz, Bergische Morgenpost, 13.9.2013

... Peter Kuhn nahm sie [Brahms: 2. Symphonie] wieder vor und lieferte mit den Bergischen Symphonikern ein Bravourstück voll Glanz und Gloria - rasch, vehement, nie pauschal. Vom ersten Takt hielt er die Tempi in Fluss und entfaltete ein Kosmos an abwechslungsreichen Stimmungen, Nuancen, Färbungen, setzte auf Suggestivkraft des Rhythmus, animierte das Blech zur Wucht und konnte auf die unbeirrbare Disziplin und Tonqualität der Symphoniker bauen.
Es ist schön, dass Kuhns Musikstil diesseits liegt; das verschafft Gelegenheit, Naheliegendes zu denken, anstatt immer nur zu problematisieren. Alles geriet natürlich in Fluss...
Thomas Wintgen, Remscheider Generalanzeiger, 13.9.2013

Peter Kuhns Entscheidung, im letzten Konzert der Saison Mahlers gewaltiges, nur selten aufgeführtes Werk [3. Symphonie] aufs Programm zu setzen, darf man wohl als mutig bezeichnen. Umso dankbarer konnten die Konzertbesucher für das tiefgreifende Erlebnis sein, welches die Aufführung ihnen bescherte. ... Kuhn leitete souverän, ließ die Spannung nie abfallen und formte den letzten Satz zu einer tief bewegenden Erfahrung ... Stehende Ovationen feierten ein bewegendes Konzert.
Klaus Günther, Solinger Tagblatt, 4.7.2013

... dankten es mit rhythmischem Applaus, Bravorufen. Orchester, Dirigent und Solist waren sich ebenfalls einig, dass sie gerade auf einem Gipfel standen.
... Peter Kuhn hat es geschafft, die Bergischen Symphoniker für die abwechslungsreichen Reize dieser “Interpretation” [Zender: Die Winterreise”] so zu gewinnen, dass die diese so gut “interpretieren” konnten, dass der berühmte Funke übersprang ...
Thomas Wintgen, Remscheider Generalanzeiger, 7.6.2013

Dieser Brahms (4. Symphonie), dieses Andante, dieser Finalsatz daraus, das Allegro im 3/4-Takt mit der majestätischen Umgestaltung des Themas der Chaconne ... as war allein das Kommen wert.
... Kuhn wandelte den Charakter von einer klobig stagnierenden Ouvertüre [Bach: 2. Orchestersuite] ... in eine zunehmend lockerer, luftiger, federnder, transparenter werdende Satzfolge, in welcher er nach und nach “unerhörte” Strukturen freilegte und kammermusikalische Tugenden in den Vordergrund rückte. ... Noch nie habe ich bei einer Ouvertüre so viele Bravi gehört.
Thomas Wintgen, Remscheider Generalanzeiger, 11.5.2013

Soviel Beifall und Bravi waren selten. Und das schon nach dem ersten Stück, ...!
Ulrich Mutz, Bergische Morgenpost, 11.5.2013

Musik sprang wie ein Funke über
Schlüssel-Ereignis des Abends war das Finale, war die gängige Kombination von Vorspiel und Isoldes Liebestod aus dem Tristan ...
Die Faszination der Wagner-Musik sprang wie ein Funke über von Peter Kuhn auf die permanent erstklassigen Symphoniker - und irgendwie weiter ins Publikum. Hat man doch selten mit einer solch zwingenden Logik wahrgenommen, dass das Vorspiel die düstere, leidenschaftliche Schilderung des Liebestodes ist, der Schlussteil der Oper hingegen die Verklärung, die Lösung des Konflikts in überirdischen Sphären.
Wagner in Reinkultur - ohne exaltierte Eruptionen, schmachtendes Verweilen; Kuhn machte stets den Zusammenhang klar, das einerseits inhaltlich bestimmte Drama der aufbrechenden Leidenschaft sowie das musikalisch Logische: die thematische und harmonische Schlüssigkeit des Verlaufs.
Das hätte jedem Dirigenten an einem solchen Abend Riesenspaß gemacht eingedenk dieses “blendend” aufgelegten Orchesters, das mit dem Finale die große Gesamtleistung dieses Abends voll bestätigte - GMD inklusive, packend und “groß” dirigierend.
Thomas Wintgen, Bergische Morgenpost, 12.4.2013

Konzert der Extraklasse - exzellent und brillant
... Peter Kuhn ließ Zartheit zu in den Mozart-Variationen [Reger], aber nie Süße; stattdessen gestattete er beim Vivace Blocksberg-Assoziationen, führte das große Orchester aber auch immer mal wieder durch ein gewissermaßen kammermusikalisches Nadelöhr -. wenn er Feingliedrigkeit und Transparenz solchen Tutti-Effekten vorzog, in denen es vornehmlich um Eruption gegangen wäre. Das hat den Vorteil, dass dieses Opus 132 nicht zwischen Blech-Donner und Kontrast-Gewitter zerrieben wird, sondern als das daherkommt, was die Variationen samt Doppelfuge über jenes Thema aus der Klaviersonate sind: Ein Reigen virtuoser Instrumentalstücke, die strukturell haargenau ausgehört und klanglich sensibel zusammengefügt werden müssen.
Kuhn und die Bergischen Symphoniker hatten sie mustergültig erarbeitet insbesondere hinsichtlich der Klarheit und Transparenz, der Abrundungen und Schönheiten komplizierter chromatischer Bewegungen.

Remscheider Generalanzeiger, Thomas Wintgen, 15.3.2013

Tosende Bravorufe und fünf Minuten lange Ovationen für die Bergischen Symphoniker und ihren Generalmusikdirektor Peter Kuhn nach Robert Schumanns vierter Symphonie. ... Jugendliches Feuer durchglühte Schumanns symphonisches Meisterwerk. Vom ersten wunderbar weichen Akkord der delikat phrasierten Einleitung bis zum atemberaubend rasanten Finale.
Ulrich Mutz, Bergische Morgenpost, 27.4.2012

Dafür bot ... [Bruckner] die schönsten und weihevollsten Klänge auf, deren er fähig war. Peter Kuhn und seine Symphoniker versagten sie seiner Siebten nicht, im Gegenteil: Fast überirdisch schön, wie klangschön die Streicher schon das Kopfthema aus geheimnisvollen Urnebel aufsteigen ließen. ...Geerdet zwar in Peter Kuhns ausdrucksvoll und in epischer Breite zelebrierter Interpretation, strebte die Musik doch immer wieder himmelwärts: in grandios aufgebauten Steigerungen, die der GMD mit einfühlsamen Tempoübergängen anlegte.
Ulrich Mutz, Bergische Morgenpost, 16.3.2012

Opus, Symphoniker und Peter Kuhn überwältigten durch ein Maximum an Geschlossenheit, zielstrebigen Aufbau, Balance der Tempi, Durchsichtigkeit der Polyphonie und orchestrale Bravour. Die Frage, ob Bruckner analytisch oder orgiastisch angefasst sein will - sie stellte sich nicht, weil alles richtig war, durchdacht, gelöst, belebt. Viel zu wenig Bravo-Rufe.
Thomas Wintgen, Remscheider Generalanzeiger, 16.3.2012

Unter dem agilen Gastdirigenten Peter Kuhn legte sich das Philharmonische Orchester tüchtig ins Zeug, fand zu einem geschlossenen, runden Klang, entfachte eine mitreißende Dynamik und verlieh den schweren Rhythmen Elgars [1. Symphonie] eine elektrisierende Kraft. Das kam den hymnischen Themen des Engländers, seinem volltönenden Orchestersatz, wie den imposanten Bögen zugute. …
Dass die Chemie zwischen dem … Dirigenten und den Philharmonikern stimmte, trat auch beim zweiten Werk des Abends zutage, Felix Mendelssohn-Bartholdys Sinfonie Nr. 1 in c-Moll. Kuhn schien das sinfonische Werk des 15-jährigen Mendelssohn auf den Leib geschrieben: Jeder Satz war erfüllt von jugendlichem Überschwang, drängte nach vorn, strahlte und glänzte, dass man kaum zum tieferen Nachdenken kam.
Volker Müller, Freie Presse, Zwickau, 28.1.12

Zu den bemerkenswerten Fähigkeiten des Dirigenten Peter Kuhn gehört es, die Standardwerke der Sinfonik frisch und überraschend zu präsentieren. So nahm er den ersten Satz von Schuberts berühmter h-moll-Symphonie, der “Unvollendeten”, nicht brütend melancholisch, sondern dramatisch aufbegehrend. Auch im zweiten Satz schärfte er die Kontraste, um ihn schließlich sanft ausklingen zu lassen.
Klaus Günther, Solinger Tageblatt, 12.1.2012

Es ist ein schneller Schubert, wie wir ihn von Peter Kuhn inzwischen kennen, mit fast irritierend geschwindem Schluss des nun wirklich “con moto” (bewegt) genommenen Andante. In E-Dur verkündet es entschlossenen Lebenswillen ...
Ulrich Mutz, Solinger Morgenpost, 12.1.2012

Peter Kuhn ... demonstrierte, dass sich das Orchester ... konsequent weiterentwickelt. Nach vorne, abhörbar im Vergleich mit der Unvollendeten vom Mai 2006.
Konsequent legte Kuhn “Wiener Klassik” auf und lieferte mit den Symphonikern einen berauschenden, zumal vom Tempo her auf den Punkt gezirkelten Schubert. Das h-Moll-Opus gewann eine stolze Selbstverständlichkeit aus dem Gegenüber des lyrisch Erzählenden und des dramatisch Bedrohlichen. Im langsamen Satz durften die Holzbläser singen, dass es eine Pracht war....
Remscheider Generalanzeiger, 14.1.2012

Dem Dirigent gelang ein wahrer Geniestreich
Mendelssohns „Dritter“ … gehörte der zweite Teil des Konzerts und … das ganz große Erlebnis des Abends. Jetzt zeigte sich Peter Kuhns Konzept [Wiederholung des das Konzert eröffnenden Werks „Exil!“ von Eugène Ysayes unmittelbar vor der Symphonie]: der erste Satz Mendelssohns als umgekehrtes Déjavu von Ysayes „Poème Symphonique“ – ein Geniestreich! Die „Schottische“ entwickelte sich unter dem präzisen, zwingenden Dirigat Peter Kuhns nach der balladesken Eröffnung zu einem belebten, farbenfrohen Wirbel, stürmisch vorgetragen und nach einem ganz großen Schluss-Allegro mit einem triumphalen Ausklang zum atemberaubenden Ende gebracht. Die Bravi im Theater hatten jede Berechtigung.
Frank Becker, Remscheider Generalanzeiger, 11.11.2011

Ganz und gar nicht Biedermeierliches hatte Peter Kuhns Sicht auf Mendelssohn. Harte Paukenschläge dominierten selbst die beiden Mittelsätze, und die Dramatik des vierten schien schon Brahms zu antizipieren – bis zum erlösenden, von Hörnergold überglänzten Schlusshymnus.
Ulrich Mutz, Bergische Morgenpost, 11.11.2011

Premiere von Verdis „Falstaff“ mit den Bergischen Symphonikern in einer Produktion der Wuppertaler Bühnen

Dass die zweieinhalb Stunden wie im Fluge vergehen, liegt aber wohl vor allem an den Bergischen Symphonikern unter ihrem Generalmusikdirektor Peter Kuhn. Mit vibrierendem Taktstock animiert er das Schlagzug zu federnden Rhythmen, lässt das Blech bisweilen mit scharfen Geschützen feuern, das Becken blitzen und die Pikkoloflöte funkeln. Und in den intimen Liebesepisoden von Nanetta und Fenton fliessen die Kantilenen durch die Streicher wie der Glühwein durch Falstaffs gierige Gurgel. Als sich die Maskerade des finalen Sommernachtstraums schließlich auflöst, können sie auch noch mit der grandiosen Schlussfuge brillieren.
Ulrich Mutz, Solinger Morgenblatt, 12.11.2011

Generalmusikdirektor Peter Kuhn dirigiert die Bergischen Symphoniker mit einem guten Gespür für den feinen Witz des alten Verdi. Das Orchester perlt wie ein Glas Rieslingsekt, kann sich aber auch verwandeln in die Melancholie eines stürmischen Herbsttages. Manchmal knallt und blitzt es im Orchestergraben, manchmal schwirren die Flöten durch eine schottische Nebellandschaft hinweg. Kuhn surft nicht durch die Partitur, sondern schafft Klarheit und Transparenz.
Christian Peiseler, 4.11.2011

Applaus der Kollegen - Bravi aus dem Publikum - eine philharmonische Saison könnte besser gar nicht zu Ende gehen als hier mit viel Sonderlob für die Bergischen Symphoniker und ihren Konzertmeister sowie den Dirigenten Peter Kuhn.
... Kuhn ist kein Piano-Fanatiker und verweigert den Heroen-Protz nicht; er unternimmt den Sprung ins Klangbad.
... Die Symphoniker lassen die Musik [Strauss: Ein Heldenleben] als eine natürliche Lebensäußerung aus sich heraus blühen, treiben und jubilieren - immer wieder angetrieben von Kuhn mit weiträumigen Strategien mit Klang und Struktur. Es gab für mich keine Geschmacksprobleme; der Klang war nie dick oder dröhnig.
... Ein sehr beeindruckender Schlusspunkt krönt das Ende der sehr beeindruckenden ersten Saison des Peter Kuhn in Remscheid - und macht mir viel Lust auf die nächste Saison.
Thomas Wintgen, Remscheider Generalanzeiger, 15.7.2011

Peter Kuhn trieb die Bergischen Symphoniker zu einer ungemein fesselnden Wiedergabe mit grösster orchestraler Brillanz [Strauss: Ein Heldenleben]. Es war der abschliessende Höhepunkt der Spielzeit, die unvergessliche Erlebnisse brachte.
Solinger Tageblatt, 14.7.2011

Die Mischklänge in Rimskis meisterhafter Instrumentation [Der goldene Hahn-Suite] balanciert Kuhn ebenso fein aus,wie er das groß aufgestellte Orchester nach der Pausefür die fünfte Symphonie des Rimski-Schülers Sergej Prokofjew auffächert.
Ulrich Mutz, Solinger Morgenpost, 23.6.2011

Das so konfliktreiche Werk [Prokofjew: 5. Symphonie] als ein schlüssiges, mitreissendes Ganzes gestaltet zu haben, ist eine fulminante Leistung des Dirigenten und seines Orchesters. Dafür frenetischer Beifall.
Solinger Tageblatt, 23.6.2011

Sergei Prokofjews “Fünfter” aus dem Jahr 1944 gab Peter Kuhn vor allem in Kopfsatz und Finale fast schon etwas “Gewalttäiges”, trieb Musik undSymphoniker zu bombastischen Höhepunkten, ohne den Blick für die Detail-Zeichnungen russischer Seelenlandschaften zu verlieren.
Thomas Wintgen, Remscheider Generalanzeiger, 25.6.2011

Symphoniker und Kuhn ernteten trotz später Stunde Bravi, rhythmischen und stehenden Applaus!
Thomas Wintgen, Remscheider Generalanzeiger, 27.5.2011

Gewiss, man könnte darüber diskutieren, ob die sehr flotte Einleitung [Schubert: Symphonie Nr. 8, C-Dur] wirklich noch ein Andante ist. Aber authentisch ist Peter Kuhns Dynamo-Schubert: von den drängenden Skalengängen der Streicher bis zur Steigerung am Schluss. Auch das a-moll-Andante gerät ihm nicht zum Spaziergang im Kurpark, sondern zum hochgesteigerten, existentiellen Drama à la “Eroica”. Und das fulminante Finale mit seinen federnden Rhythmen entwickelt sich zu vibrierender Energie: “Himmlische Länge” (Robert Schumann über Schuberts Symphonie) ohne gefühlte Längen. Solche Vitalität provoziert auch um 22 Uhr 30 noch Bravi und minutenlangen Beifall.
Ulrich Mutz, Bergische Morgenpost, 27.5.2011

Ja, die Symphoniker wuchsen mit ihrem wunderbaren Solisten einmal mehr über sich selbst hinaus - auch noch nach der großen Pause, bei der Suite aus Béla Bartòks Ballettmusik “Der holzgeschnitzte Prinz”. ... mit Bartóks Tanzdrama, seiner Melange aus exotischer Pentatonik und Tempo rubato, dramatischem Ringen und unendliche Melodiebögen, ließ Kuhn die Symphoniker noch einmal zu orchestraler Hochform auflaufen.
Ulrich Mutz, Solinger Morgenpost, 5.5.2011

Dass der Suite der Pantomime “Der holzgeschnitzt Prinz” so viel Beifall widerfahren würde, hätte ich nicht gedacht. Aber es waren neben dem Komponisten Béla Bartók insbesondere die Bergischen Symphoniker, die sich den Applaus verdient hatten am Abschluss eines denkwürdigen, wunderbaren Konzertabends. Mit fulminanten Leistungen, welche diese humorvolle Suite zu einem von Peter Kuhn mit großem Engagement geführten Ereignis gemacht haben.
... Der Gesamteindruck war, dass sich hier der weltberühmte Solist [F.P. Zimmermann] sehr gerne zusammengetan hat mit dem Dirigenten und den Symphonikern, um das so verletzbare Konzert [Beethoven] wundervoll abzuliefern.
Thomas Wintgen, Remscheider Generalanzeiger, 6.5.2011