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Konzert und Oper

Zuletzt aktualisiert: 30.9.2017

Drei Musikerinnen auf Geisterfahrt – Kammerkonzert mit dem „Trio Arosa“ im Robert-Schumann-Saal

… Hinter „Arosa“ verbirgt sich in diesem Fall ein musikalisch charaktervolles und charmantes europäisches Ensemble: aus der in Spanien lebenden Niederländerin Frederieke Saeijs, Violine, der Pariser Cellistin Maja Bogdanovic – gebürtig aus Serbien – und eigentlich auch noch der Georgierin Nino Gvetadze.
Doch musste sich die Pianistin wegen ihrer Babypause durch die französisch-russische Kollegin Macha Belooussova vertreten lassen. …
Saeijs‘ Geigenspiel ist elegant-inwendig und kultiviert einen schlanken Ton, der sich aber vielfach aufzufächern versteht. Ihre Kollegin am Violoncello liebt die klangliche Harmonie unter Streichern und gibt sich nur gestisch extrovertiert. Zuweilen kamen sie gegen die pianistischen Klanggewalten durchaus an. In den Trios von Haydn und Mendelssohn befeuerten die Musikerinnen einander allerdings so sehr, dass man bisweilen fürchtete, die Luft zum Atmen könne für die zerbrechlichen Kompositionen eher dünn werden.
… Das „Trio élégiaque“ Rachmaninows gelang mystisch bis ekstatisch. Schostakowitschs fast tragisches Trio Nr. 2 begriffen die drei Damen so vielschichtig, dass das Werk etwas Geisterhaftes gewann.
Als Zugabe dann wieder ein Sprung zurück und doch im Moment ein schroffer Gegenpol: ein Triosatz von Joseph Haydn.
Christian Oscar Gaszi Laki, Rheinische Post, Düsseldorf, 23.5.2015

Deutschland-Debüt des Trios: Konzerte mit den Bergischen Symphonikern

Drei Damen, schwarz-braun-blond-beschopft und schwarz-braun-rot-gewandet: Das ist der erste Eindruck vom jungen „Trio Arosa“. Sind da auch (männliche) Vorurteile ausschlaggebend, wenn einem Beethovens Tripelkonzert unter ihren Händen besonders feminin vorkommt? Oder liegt das nicht vielmehr an der feinen Phrasierung und dem weichen, geschmeidigen Legatogesang der drei Instrumente? Am hellen und schlanken Violinton von Frederieke Saeijs, Maja Bogdanovics zurückhaltendem, doch auf den tiefen Saiten urwüchsigem Cellospiel und dem glasklaren Spiel der Pianistin Nino Gvetadze?
Nein, da spielen dem Rezensenten nicht nur seine Augen einen Streich. Und es sind auch nicht nur „Charme und Anmut“, die die Frage, ob Beethovens Opus 56 nun in der Tradition des barocken Concerto grosso wurzelt oder der klassischen Sinfonia concertante entstammt, am Mittwoch glatt vergessen lassen. Denn im Teo Otto Theater war das C-Dur-Konzert vor allem eines: Kammermusik. Allerdings mit Orchester. Die Damen des „Trio Arosa“ sind schließlich nicht ad hoc zusammengekommene Solistinnen, sondern ein festes Kammerensemble. Und das hört man.
Kein Wunder, dass die Überleitung vom As-Dur-Largo zum Finale mit so organischer Natürlichkeit gelingt. Und die Schluss-Polonaise bringt noch einmal eine Steigerung mit majestätisch entfalteten Klavierpassagen und glanzvollem Ineinandergreifen der Instrumente. … Dem wonnevollen Trio-Gewoge des zugegebenen Andantes aus Felix Mendelssohns erstem Klaviertrio … die Zuhörer hätten da noch Stunden lauschen mögen.
Ulrich Mutz, Solinger Morgenpost / Bergische Morgenpost, 14./15.11.2013

Die drei jungen Damen … Für das Tripelkonzert erwiesen sie sich als ideale Interpretinnen, die wunderbar harmonierten und dem Stretta-Schluss hinreißenden Schwung verliehen. Entsprechend stürmisch war der Applaus, welcher mit einem zauberhaften Andante von Mendelssohn belohnt wurde.
Klaus Günther, Solinger Tageblatt, 14.11.2013