PETER LEONARD


Kam in Boston, Massachusetts, USA, zur Welt und studierte an der Juilliard School in New York Klavier, Horn, Komposition und Dirigieren ; weitere
Studien in Tanglewood, Aspen, Bayreuth und Salzburg bei Jean Morel, Franco Ferrara, John Nelson, Herbert Blomstedt und Sixten Ehrling

Leonard war erster Preisträger des ASOL Conductor's Program Award
und trat 1974 sein erstes Engagement als Associate Conductor bei der Greenwich Philharmonia an. Es folgten Engagements 1976 - 79 Associate Conductor bei der Long Island Symphony, 1979 - 83 als deren Principal Guest Conductor, 1979 - 85 als Music Director des Bergen Philharmonic, 1979 - 81 Principal Guest Conductor des Louisville Chamber Orchestra, 1981 - 86 Music Director der Youngstown Opera und Symphony, 1984 - 96 Music Director der Shreveport Symphony, 1996 - 2003 Generalmusikdirektor und Chefdirigent des Philharmonischen Orchesters und des Theaters Augsburg. 2004 - 2007 Generalmusikdirektor und Chefdirigent der Norddeutschen Philharmonie und des Volkstheaters Rostock.

Gastdirigate: New York Philharmonic, Städtisches Orchester Aachen, Westdeutsche Sinfonia, Hofer Symphoniker, Thüringer Philharmonie, die Symphonieorchester von Winnipeg, Queens, New Mexico, Spokane, Tucson, Rhode Island, Nashville, Jackson, Richmond, Chattanooga, Staatsorchester Frankfurt (Oder), Niederrheinische Symphoniker, an den Opernhäusern von Chicago (Lyric Opera), Arizona, Sarasota, Eastman, die Erick Hawkins Dance Company, das Eglevsky Ballet, Württembergische Staatsoper Stuttgart, Pfalztheater Kaiserslautern u.a.

Auszeichnungen: National Arts Award Sigma Alpha Iota 1984, Award for Programming Excellence 1987, "Peter Leonard Day" - City of Shreveport 1989

Rundfunk / Fernsehen: zahlreiche Konzerte und Produktionen für Sender in Europa und USA, u.a. wöchentliche Sendungen in Louisiana, Fernsehauftritte bei "Live from Bell Labs" (erste Orchesteraufnahmen in den neuen Sony Studios in New York City) 1994, Entertainment tonight mit Dudley Moore 1994, Artists Commendation - Bravo Cable Network 1989

Schallplatten: mit verschiedenen Orchestern für Koch Classics, Opus One, Painted Smiles, First Edition Records

Festivals: New York International Festival of the Arts, New Hampshire Music Festival, Vermont Mozart Festival

Mehr Informationen unter www.peterleonard.de

Pressestimmen

Gastdirigent Peter Leonard hebt beim Bruch-Konzert den Orchesterpart deutlicher hervor, als es sonst üblich ist. Damit werden die Hagener Philharmoniker zum klangschönen Partner der Solovioline.
Überhaupt hat Peter Leonard, GMD in Rostock, einige Überraschungen zu bieten. In Carl Maria Webers "Oberon"-Ouvertüre arbeitet er die reizvolle Instrumentierung geschickt heraus und steigert das Werk mit gut gefühltem Puls langsam bis zum überwältigenden Schluss. Hans Werner Henzes "Erlkönig"-Fantasie verwandelt er in einen wilden Ritt durch die Klangfarbenregister mit furiosem Einsatz des großbesetzten Schlagwerks.
Antonin Dvoraks wenig bekannte sinfonische Dichtung "Die Waldtaube" interpretiert Peter Leonard schließlich als gewichtig-tragisches Opus, das mit seiner revolutionären Instrumentierung bereits auf Gustav Mahler vorausweist. Dabei hält Leonard den Trauermarsch-Rhythmus konsequent durch und bleibt ebenso sicher bei einem ruhigen, getragenen Zeitmaß. Dadurch kommen die fein ausgestimmten Akkorde zu schöner Geltung und vor allem auch das exquisite leise Spiel, zu dem er die Hagener Philharmoniker verführt.

Westfalenpost, 29.9.2005

Der aus Boston gebürtige Peter Leonard als Gast am Dirigentenpult verstand es ebenso wie Generalmusikdirektor Antony Hermus mit zielsicherem Zugriff über die ganze Palette instrumentaler Ausdrucksmittel und orchestraler Farben zu gebieten. … Über den filigranen kammermusikalischen Details [Oberon] verloren Dirigent und Orchester nie den Überblick über den sinfonischen Gesamtzusammenhang.
… Mit souveräner Hand ordnete Peter Leonard das komplizierte Geflecht [Henze: Erlkönig] instrumentaler Einzelstimmen und toccatenhaft-motorischer Spielfigurationen und machte die Aufführung des kurzen, aber intensiven Werkes zu einem fesselnden Klangerlebnis.
In Antonin Dvoraks Balladenvertonung "Die Waldtaube" spürten Dirigent und Orchester mit Liebe zur Ausgestaltung von filigranen Einzelheiten im Orchestersatz sowie motivischen Zusammenhängen der lautmalerischen Naturidylle nach und zeichneten die thematische Entwicklung in großen sinfonischen Atembögen.

Westfälische Rundschau, 29.9.2005

Peter Leonard ließ das Brahmssche Werk [Haydn-Variationen] deutlich als Folge von Variationen spielen, vermied ihren heimlichen symphonischen Zug, setzte gleichsam nach jeder neu an und blieb so immer auf den Spuren ihrer Konstruktion. Das schuf Übersichtlichkeit, unterstützt von sorgfältigen dynamischen Gliederungen, wenn auch eher großflächig. ...
Der Abschluß des Konzertes brachte die Umkehrung einer Verschlankung. Hier hatte Leonard die Sinfonie Nr. 8 von Beethoven Platziert. ... Die Philharmonie und ihr Chef lieferten mit ihr jene Aufführung des Abends, die am deutlichsten durchgearbeitet war und zugleich eine spannende geistige Innovation bot. Leonard inszenierte sie nicht nur als Festival des federnd leichten rhythmischen Humors. Mir schien, er wollte dem häufig als leicht verkannten Werk sein sinfonisches Gewicht zurück geben, ohne auf die Präzision seiner metrischen Kombinatorik zu verzichten - und das ergab überraschende Momente auch des Grotesken. Der sinfonische Titan lachte, aber wie Titanen zu lachen pflegen, er lächelte nicht.

Norddeutsche Neueste Nachrichten, 10.11.2004

Das Humor- und Lustvolle der Partitur brachte Leonard am Pult des Philharmonischen Orchesters der Stadt Heidelberg trefflich zu sattem Klang, ...
Für amerikanische Musik bringt Peter Leonard ... eine besondere Authentizität mit. Das zeigte sich den ganzen Abend über, in seiner gesten- und effektreichen Zeichengebung (die sehr an Leonard Bernstein erinnert) sowie in seiner Vorliebe fürs deftig Zündende und Hedonistische.
... Antonín Dvoráks 8. Sinfonie G-dur ... klang gleichfalls so, als sei sie seine "Neunte" aus der Neuen Welt. Laut und herzhaft, eben richtig amerikanisch, ließ der Gastdirigent aufspielen, ließ die Rhythmen genüßlich durchschwingen, tänzerischen Elan gewinnen. Enthusiastisch aufgeheizt wurde das Fortissimo, die großen Verdichtungen wurden mit musikantischer Verve angegangen, kräftiges Melos erhielt die Lyrik. Alles tönte hier sehr gestenreich, lustvoll aufgeschäumt, mit ausgesprochener Freude am krachig zündenden Effekt. Eine Interpretation so ganz aus Fleisch und Blut aktivierte Peter Leonard am Pult, ließ sehr direkt und ohne falsche Ehrfurcht musizieren ...
Die gestenreichen Klangextreme liebt der amerikanische Dirigent, und das Orchester folgte willig seinen Anweisungen, ließ durchklingen, daß Musik oftmals - und hier vor allem - mit Emotionen und sinnenhafter Lebensfreude zu tun hat.
Rhein-Neckar-Zeitung, 26. Januar 2001

Dass so viel Bühnenzauber nicht allzu sehr vom musikalischen Geschehen ablenkt, ist zunächst einmal Peter Leonard zu danken. Mit dem bestens disponierten Pfalztheater-Orchester zaubert der Gastdirigent einen Hindemith [Neues vom Tage], der auch in den komplexesten Passagen schlüssig umgesetzt ist.
Die Rheinpfalz, Kaiserslautern, 23.4.2001

Am Pult leitet Augsburgs Generalmusikdirektor Peter Leonard diese Brise frecher Freiheit faszinierend einfühlsam. Aus dem Orchestergraben sprudelt überschäumende Ironie.
Wochenblatt Kaiserslautern, 2.5.2001

Gast-GMD Peter Leonard (Augsburg) geht mit akribisch detailliertem Elan die manchmal steil aufgebauten Tonadditionen an und schafft so ein Gerüst beeindruckender Klangbreite. Er versteht es, Spannung nicht nur flüchtig zu initiieren, sondern auch nuancenreich zu halten.
Wochenblatt, 19.9.01)
Dabei dirigiert Peter Leonard die häufig durch den massiven Einsatz der Bläser aufgerauhte und massiv tönende Musik mit außerordentlicher Aufmerksamkeit und Präzision. Freilich kann er nicht verhindern, daß die Blechorgien im Orchester allzuoft den Gesang auf der Bühne zudecken.
SWR 2, Kultur im Lande, 18.9.01
Der Augsburger Generalmusikdirektor Peter Leonard wartete mit einer akribischen Einstudierung der Partitur auf und sorgte, am Pult umsichtig agierend, für eine schlüssige Wiedergabe.
Die Rheinpfalz, 10.9.01

Zurück zu Dirigenten